Seite 2 von 3
#16 RE: Ehrenmord-Prozess: Lange Haftstrafe für Vater der getöteten Arzu Ö. von Bin Online 05.02.2013 01:37

avatar

Der verurteilte Vater soll bereits seit 30 Jahren in Deutschland leben und benötigt immer noch einen Dolmetscher.
Besser kann man nicht seine Geringschätzung gegen das Gastland dokumentieren.
Der Richter sagte in seiner Urteilsbegründung

Zitat
"Die traditionell-patriarchalische Einstellung passt nicht zu den in Deutschland gelebten Werten. Es ist hier das Recht einer jeden Frau, ein selbstbestimmtes Leben führen zu dürfen. Alles andere hat keinen Platz."

Wie soll dies aber ein Depp begreifen, der nach 30 Jahren immer noch nicht die Sprache des Landes spricht, in dem er lebt?

#17 RE: Ehrenmord-Prozess: Lange Haftstrafe für Vater der getöteten Arzu Ö. von Besserwiss 05.02.2013 07:22

Wenn ihr glaubt, es geht mir um das Schweinefleisch an sich, habe ich es wohl etwas Missverständlich rüber gebracht.
Es geht mir darum, dass wir uns hier in Deutschland zu sehr den "Wünschen" und "Forderungen" von Minderheiten "im Namen der Religion" und der Traditionen beugen!
Wie es BinO schrieb, ist der Vater nach 30 Jahren in Deutschland nicht in der Lage, "auf Deutsch (sprachlich) zu Leben".
Wie soll er denn dann seine "Traditionen", seine islamische Lebensweise, ablegen?
Das geht eben bei Menschen wie ihm nur über Verbote, nicht durch Anerkennung der Besonderheiten seiner Kultur.
Nun ist er "aus Mangel an Beweisen" nur zu einer, aus unserer Sicht, geringen Haftstrafe verurteilt worden.
Seine Schuld wurde also nicht zweifelsfrei festgestellt.
Aber seien wir hier doch alle mal ehrlich: Wer glaubt denn im Ernst daran, dass er NICHT den Auftrag erteilt hat, "die Familien-Ehre wieder herzustellen"?

Ich möchte aber nochmal zum Schweinefleisch zurück kommen:
Es gibt KEINEN Grund, Schweinefleisch "aus religiösen Gründen" zu meiden (so wie es keinen Grund gibt, irgendetwas "aus religiösen Gründen" zu verbieten)!
Es wurde im nahen Osten gemieden, weil es in der Hitze schneller verdarb als anderes Fleisch.
Es wurde auf dem Weg des "Verbots aus religiösen Gründen" eben verboten.
Dadurch wurde es leichter durchgesetzt.
Und zum Vorwurf des "Diktats", des Zwangs durch die bei uns Praktizierte Religions-Freiheit, die "Glaubenswelt" der Zuzügler:
Man stelle sich vor, man zieht um (nicht jeder wohnt in einem eigenen Haus).
Und in eine Mietanlage, einen Vorort, in dem man wohnt, ziehen moslemische Nachbarn ein.
Plötzlich wird einem schon länger dort wohnenden "Einheimischen" untersagt, seinen Hund länger zu behalten, weil Hunde bei Moslems als "unrein" gelten und diese sich durch den Hund "beleidigt" fühlen.
Bei der bei uns gehandhabten großzügigen "Duldung" der Besonderheiten von "Migranten" sehe ich es schon fast so kommen.
Und das ist es, was mir nicht gefällt.

#18 RE: Ehrenmord-Prozess: Lange Haftstrafe für Vater der getöteten Arzu Ö. von Spitzbube 05.02.2013 08:28

Zitat von Besserwiss im Beitrag #17
Wie es BinO schrieb, ist der Vater nach 30 Jahren in Deutschland nicht in der Lage, "auf Deutsch (sprachlich) zu Leben".
Wie soll er denn dann seine "Traditionen", seine islamische Lebensweise, ablegen?


Das dürfte ihm wirklich schwer fallen: der Mann ist Jeside.

#19 RE: Ehrenmord-Prozess: Lange Haftstrafe für Vater der getöteten Arzu Ö. von 64Werner 05.02.2013 08:53

Die Überschrift dieses Stranges ist eine formulierte Entgleisung:
Was hat Mord mit Ehre zu tun, im Wortsinne bedeutet dies „es ist eine Ehre zu morden“
Mir sträuben sich die Nackenhaare!

#20 RE: Ehrenmord-Prozess: Lange Haftstrafe für Vater der getöteten Arzu Ö. von Spitzbube 05.02.2013 08:57

Es wird zur Rettung oder Wiederherstellung der (sehr archaisch verstandenen) "Ehre" eines Mannes oder einer Familie gemordet.

"Ehrenmord" trifft es also durchaus.

#21 RE: Ehrenmord-Prozess: Lange Haftstrafe für Vater der getöteten Arzu Ö. von Besserwiss 05.02.2013 09:03

Zitat von Spitzbube im Beitrag #18
Zitat von Besserwiss im Beitrag #17
Wie es BinO schrieb, ist der Vater nach 30 Jahren in Deutschland nicht in der Lage, "auf Deutsch (sprachlich) zu Leben".
Wie soll er denn dann seine "Traditionen", seine islamische Lebensweise, ablegen?


Das dürfte ihm wirklich schwer fallen: der Mann ist Jeside.



Ich bitte vielmals um Verzeihung.....
Erklärst Du mir netterweise den Unterschied?

#22 RE: Ehrenmord-Prozess: Lange Haftstrafe für Vater der getöteten Arzu Ö. von 64Werner 05.02.2013 09:19

Zitat von Spitzbube im Beitrag #20
Es wird zur Rettung oder Wiederherstellung der (sehr archaisch verstandenen) "Ehre" eines Mannes oder einer Familie gemordet.

"Ehrenmord" trifft es also durchaus.

Wir leben hier in einem anderen Kulturkreis und da sollten auch in der Sprache die entsprechend gültigen Werte vermittelt werden.
Mord bleibt und ist Mord er darf und kann nicht durch sprachliche Ergänzungen relativiert werden. Alles andere verharmlost Mord!

#23 RE: Ehrenmord-Prozess: Lange Haftstrafe für Vater der getöteten Arzu Ö. von Spitzbube 05.02.2013 10:27

Zitat von Besserwiss im Beitrag #21
Ich bitte vielmals um Verzeihung.....
Erklärst Du mir netterweise den Unterschied?
Nö. Im Gegensatz zu manch einem hier - ich nenne besser keine Nicks - bist du doch des Lesens fähig.
Zitat von 64Werner im Beitrag #22
Mord bleibt und ist Mord er darf und kann nicht durch sprachliche Ergänzungen relativiert werden. Alles andere verharmlost Mord!
Richtig, Mord bleibt Mord. Und wenn man einen Mord zur Verteidigung der "Ehre" nun "Ehrenmord" nennt, relativiert das nichts - es bezeichnet lediglich das erstrebte Ziel des Mörders, ebenso wie "Raubmord".

#24 RE: Ehrenmord-Prozess: Lange Haftstrafe für Vater der getöteten Arzu Ö. von Christian Krippenstapel 05.02.2013 11:03

Ich verstehe die Aiufregung gar nicht! Ist das denn nicht auch bloß eine jahrtausendealte Tradition aus einem anderen Kulturkreis, die auszuüben diese Menschen zum Leben ihrer Religion genau so brauchen, wie andere ihre archaische Riten? Und wieso ist und bleibt Mord Mord? Genitalverstümelung ist doch noch lange nicht Genitalverstümmelung, sondern gaaanz was anderes.

#25 RE: Ehrenmord-Prozess: Lange Haftstrafe für Vater der getöteten Arzu Ö. von Bin Online 05.02.2013 11:21

avatar

Auf der Seite von Peri e.V. ist der Leidensweg von Arzu Özmen gut beschrieben.
Die Özmans (und viele ihrer Verwandtschaft) kamen nach Deutschland, weil sie angeblich in der Türkei politisch verfolgt wurden.
In Deutschland wurde Herr Özmen recht fleißig, er produzierte 10 Kinder und war voll integriert, er konnte immerhin selbständig Hartz4 beantragen. Auf die Idee die deutsche Sprache zu erlernen, damit er eine Arbeit findet, kam er nie, warum auch, wenn es H4 ohne Gegenleistung gibt.
Dieser Fall zeigt deutlich, wie hirnrissig unsere Sozialgesetze sind.
Sie fördern sogar die Allmachtsfantasien dieser Dorfdeppen und lassen diese in dem Glauben, dass sie die Oberschlauen sind.
Dazu kommen noch wachsweiche Gesetze, die den Tätern zugute kommen.
Arzu hatte sich rechtzeitig bei der Polizei gemeldet, als sie grün und blau geschlagen wurde. Der liebe Papi nahm einen Stock zuhilfe, wenn er der Ansicht war, eine Prügelstrafe verhängen zu müssen.
Der Polizei sind da meist die Hände gebunden, sie können die Sache aufnehmen und das war es. Auch dieses verursachte den Tod von Arzu.

Gerichtsbeobachtungen von peri e.V. zum ersten Prozesstag gegen Fendi Özmen / 28. Januar 2013

#26 RE: Ehrenmord-Prozess: Lange Haftstrafe für Vater der getöteten Arzu Ö. von 05.02.2013 11:38

Es wird schon so sein, dass der Jeside in der Türkei politisch und religiös verfolgt wurde, aber deshalb muss er nicht unbedingt nach Mitteleuropa flüchten. Ach ja - im Irak leben noch mehrere hunderttausend Jesiden - aber dort sind sie auch nicht sicher. Vor ~5 Jahren wurden etwa 500 Jesiden im Irak von der Al Kaida in die Luft gesprengt, das war die Rache für einen Ehrenmord (Steinigung).

Und hier bekommen sie gutes Geld für das Nichtstun - nur sollten sie auch unsere Regeln und Gesetze beachten.

Schlussfolgerung aus dem Vorfall: Sobald ein Jeside in Deutschland um Asyl ansucht, wird er sofort in ein Flugzeug nach Ankara gesetzt und ohne Asylbescheid abgeschoben!

#27 RE: Ehrenmord-Prozess: Lange Haftstrafe für Vater der getöteten Arzu Ö. von Besserwiss 05.02.2013 13:21

BibO...ich sehe das auch so: Die "Aussage", es handelt sich um "jahrhunderte alte Traditionen" und "religiöse Riten"wird immer wieder von uns so ausgelegt, als wenn das Dinge wären, die zum menschlichen Leben unweigerlich dazu gehören würden.
Pustekuchen!
Diese Menschen würden NICHT daran sterben, würden sie hier darauf verzichten!
Man stelle sich vor, da kommen Maoris zu uns eingewandert.
In ihrem Kulturkreis, in ihrer Religion, ist es jahrhunderte alte Tradition, seine toten Verwandten und seine besiegten Feinde zu verspeisen (Kannibalismus genannt).
Und da auch diese Menschen einen Anspruch auf freie Religions-Ausübung haben, wird ihnen das erlaubt.
Multi-Kulti eben.

#28 RE: Ehrenmord-Prozess: Lange Haftstrafe für Vater der getöteten Arzu Ö. von Christian Krippenstapel 05.02.2013 14:04

Zitat von Besserwiss im Beitrag #27
BibO...ich sehe das auch so: Die "Aussage", es handelt sich um "jahrhunderte alte Traditionen" und "religiöse Riten"wird immer wieder von uns so ausgelegt, als wenn das Dinge wären, die zum menschlichen Leben unweigerlich dazu gehören würden.
Pustekuchen!
Diese Menschen würden NICHT daran sterben, würden sie hier darauf verzichten!
Man stelle sich vor, da kommen Maoris zu uns eingewandert.
In ihrem Kulturkreis, in ihrer Religion, ist es jahrhunderte alte Tradition, seine toten Verwandten und seine besiegten Feinde zu verspeisen (Kannibalismus genannt).
Und da auch diese Menschen einen Anspruch auf freie Religions-Ausübung haben, wird ihnen das erlaubt.
Multi-Kulti eben.

Warum auch nicht? Der Präzedenzfall wurde doch gerade mit komfortabler 3/4-Mehrheit durch´s Parlament gepeitscht, nach dem jeder seine religiösen Riten durchführen darf, ohne daß es strafrechtlich relevant ist. Was spielt es da für eine Rolle, ob einer die Sprache kann oder Arbeit hat? Unpassen finde ich nur, daß sich jetzt ausgerechnet die Leute, die dieses Sonderrecht für sich selbst äußerst dezidiert eingefordert haben, einen derart dümmlich-despektierlichen Ton mit eindeutig rassistischen Untertönen anschlagen, wenn andere das selbe tun. Was haben diese Leute denn geglaubt, was das nach sich zieht? Wenn man dem einen Sonderrechte einräumt, kann man sie dem anderen doch nicht verwehren. Oder sollen wir jetzt wieder anfangen zwischen "Kulturvölkern" mit schützenswerten Riten und "Barbaren" oder "Untermenschen" zu unterscheiden, deren Riten nicht schutzwürdig sind? Wäre ja auch nicht das erste Mal ...

#29 RE: Ehrenmord-Prozess: Lange Haftstrafe für Vater der getöteten Arzu Ö. von Spitzbube 05.02.2013 14:31

Zitat von decordoba im Beitrag #26
Es wird schon so sein, dass der Jeside in der Türkei politisch und religiös verfolgt wurde, aber deshalb muss er nicht unbedingt nach Mitteleuropa flüchten.


Dem Jesiden, welcher edel und still in Anatolien verweilt und duldet, gilt unser Mitgefühl?

Zitat von decordoba im Beitrag #26
Und hier bekommen sie gutes Geld für das Nichtstun - nur sollten sie auch unsere Regeln und Gesetze beachten.


Unglaublich, diese faulen Hunde! Halten sich sogar an das Arbeitsverbot während des Asylverfahrens!

Btw: fast alle Mitglieder der Familie Ö. haben fleißig gearbeitet.

Zitat von decordoba im Beitrag #26
Schlussfolgerung aus dem Vorfall: Sobald ein Jeside in Deutschland um Asyl ansucht, wird er sofort in ein Flugzeug nach Ankara gesetzt und ohne Asylbescheid abgeschoben!


Dafür müßte Art. 16a Abs. 1 GG neu gefaßt werden:

Politisch Verfolgte genießen Asylrecht, sofern sie glaubhaft machen können, keine Jesiden zu sein.

#30 RE: Ehrenmord-Prozess: Lange Haftstrafe für Vater der getöteten Arzu Ö. von Bin Online 05.02.2013 14:55

avatar

Zitat von Spitzbube im Beitrag #29
Dem Jesiden, welcher edel und still in Anatolien verweilt und duldet, gilt unser Mitgefühl?
Werden die, in der Türkei, tatsächlich so stark verfolgt.
Zitat von Spitzbube im Beitrag #29
Unglaublich, diese faulen Hunde! Halten sich sogar an das Arbeitsverbot während des Asylverfahrens!
... und dies gleich 30 Jahre lang
Zitat von Spitzbube im Beitrag #29
Btw: fast alle Mitglieder der Familie Ö. haben fleißig gearbeitet.
Jesiden und Kurden trifft man eigentlich nur in der Arbeit an.
Zitat von Spitzbube im Beitrag #29
Politisch Verfolgte genießen Asylrecht, sofern sie glaubhaft machen können, keine Preußen *) zu sein.
*)... von mir geändert.

Xobor Ein Kostenloses Forum | Einfach ein Forum erstellen
Datenschutz