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#1 Die Ukraine im Fokus der NATO von pfeffer77 09.07.2014 10:52

„Die Ukraine im Fokus der NATO. Russland-das eigentliche Ziel“ - von Brigitte Queck

Bekenntnis zu Russland – ohne Wenn und Aber

Ein Buchtipp von pfeffer77

Sirenengeheul! Eine Bombe. Sie wurde im Nachbarhaus entdeckt. Die Zündschnur sei schon gelegt. Explosionsgefahr – Feuer, Rauch, Tote!! Sekundenentscheidung: Die Bombe muss weg, die Zündschnur gekappt, die Brandstifter ermittelt und festgenagelt werden. Wer schaut dabei weg, wer will sich mitschuldig machen an einer sich anbahnenden Katastrophe?

Ein Schreckensszenario? Mitnichten. Zu dieser Erkenntnis muss man kommen, wenn man seit langem die Krise in der Ukraine verfolgt. Will man wissen, wo die Ursachen liegen, wer hier die Brandstifter sind? Da muss man sich halt an der richtigen Stelle schlau machen. So, wie ein halbes hundert politisch aufgeweckte Leute kürzlich im Musiksalon des Hauses der russischen Kultur in der Berliner Friedrichstraße. Eingeladen hatte Brigitte Queck. Sie ist Diplomstaatswissenschaftlerin Außenpolitik und Vorsitzende der Vereinigung „Mütter gegen den Krieg Berlin-Brandenburg“. Vor ihr ein Stapel Bücher, um die sich die anwesenden deutschen und russischen Gäste nahezu rissen: „Die Ukraine im Fokus der NATO. Russland-das eigentliche Ziel“.

Was die parteilose Kommunistin, wie sie sich selbst bezeichnete, mit einem solchen Temperament, mit einer klaren Diktion, mit einer scharfen Polemik gegen politisch blind Gewordene vortrug, übrigens auf Deutsch und Russisch, bereitete nicht nur geistiges Vergnügen, sondern ließ so manchem älteren Teilnehmer sicher auch das Gruseln kommen. Gleich zu Beginn der Buchpräsentation ging sie in die Zielgerade und bot der aufpeitschenden Verhetzung gegenüber Russland Paroli. Die Ukraine sei als ein Kettenglied für die US-Herrschaft über Russland, Europa und Asien auserkoren, und das seit langem. So heißt es zum Beispiel in ihrem 292seitigen Buch auf Seite 8: „ Die Ukraine stand schon lange im zentralen Blickfeld der USA-Weltherrschaftspolitik. Der frühere Sicherheitsberater Z. Brzezinski schreibt in seinem Buch ´Die einzige Weltmacht´: ´Die Ukraine ist ein neuer wichtiger Raum auf dem eurasischen Schachbrett, ist ein geopolitischer Dreh- und Angelpunkt, weil ihre bloße Existenz als unabhängiger Staat zur Umwandlung Russlands beiträgt. Ohne die Ukraine ist Russland kein eurasischer Staat mehr´. Dabei soll die Ukraine den US/NATO-Ländern vor allem - als geostrategisches Trittbrett auf ihrem weiteren Weg nach Osten (Russland u. China ), - als billiger Rohstoffmarkt (z.B. die Schwarzerde-Böden der Westukraine für den wachsenden Weizen- und Maisbedarf in der Welt und - als billiger Arbeitsmarkt dienen.“

Anzumerken sei auch dies: Die USA sitzen auf einem Staats-Schuldenberg von ca. 12 Billionen Euro, was sie u.a. veranlasste, zur Stabilisierung des Dollars laut IWF 42,3 Tonnen ukrainische Goldreserven insgeheim in den USA zu horten. (S. 99 und Anhang S. 215) Was folge daraus? Als führende kapitalistische Weltmacht seien die USA „längst am Ende“, verfügen aber noch über militärische Macht, über fürchterlichste Waffensysteme. (S. 67) Dabei gehe es nicht nur um Öl und Gas, sondern auch um kleinere militärische Auseinandersetzungen in Europa, um ihren Dollar aufzuwerten, meint die Autorin. (S. 68) Sie zitiert den ehemaligen CDU-CSU-Bundestagsabgeordneten Dr. Willy Wimmer, der am 25.2.2014 in einem Interview äußerte, „dass ein möglicher Kriegsherd in der Ukraine auch einen Krieg in Europa auslösen könnte.“

Die seit Ende November 2013 bis Ende Februar 2014 andauernden Demonstrationen in der Hauptstadt Kiew gegen dem ukrainischen Präsidenten Janukowitsch und für einen Beitritt der Ukraine zur EU seien nicht zu verstehen, ohne folgende Zusammenhänge zu sehen: „1. über die Bedeutung der Ukraine für das kapitalistische Europa, aber vor allem für die von den USA geführte NATO, im Klaren zu werden; 2. die inneren Kämpfe in der Ukraine für bzw. gegen einen EU und NATO-Beitritt in der Vergangenheit zu beleuchten; 3. die Einordnung der Ukraine in die Kräftekonstellation in der Welt zu betrachten. (S. 7)

Die EU zum Aufmarschgebiet machen? Die Heuchelei: Nach zwei Weltkriegen solle endlich Demokratie und Freiheit herrschen? Der Russe solle kuschen, denn die NATO stehe nunmehr auch an den Ostgrenzen der EU. Dummdreistigkeit und Lügen triumphieren! So blendet man die US-Gräueltaten und eigenen Kriegsverbrechen aus. Ein „Friedensnobelpreisträger“ in argen Nöten wegen des schwächelnden Dollars und schwindenden Einflusses in der Welt. So sucht man krampfhaft einen neuen Feind, der seit dem Oktober 1917 der alte ist, trotz wiedergekehrter kapitalistischer Verhältnisse. Dessen Land, die Bodenschätze, die Ressourcen, die sind im Fokus der imperialistischen amerikanischen Gier.

Die Autorin stützt sich dabei auf bekannte und unbekannte Fakten, auf zahlreiche Dokumente und auf viele Analysen von Historikern, des US-Friedensrates sowie des Europäischen Friedensforums. Übersichtlich und in einer gut lesbaren Schrift teilt sie Ihr Buch auf in die inneren Probleme der Ukraine, in die aktuellen Geschehnisse von Ende Januar 2014 bis in die Gegenwart und in einen 172 Seiten umfassenden Anhang. Auffallend die für wichtig angesehenen Sätze in Fettschrift sowie die zahlreichen Fotodokumente von den Gewalttaten in der Ukraine.

Über Juschtschenko, den Wunschkandidaten des Westens, der durch Inszenierung einer „orangenen“ Revolution 2004 Präsident wurde, schreibt die Autorin, das rechtswidrige Vorgehen dieses Mannes sei eigentlich „nur mit dem Ermächtigungsgesetz Hitlers 1933 zu vergleichen“. (S. 12) Juschtschenkos Präsidialdiktatur sollte den schnellen EU- und NATO-Beitritt der Ukraine garantieren. Über Janukowitsch heißt es, er ließ sich von westlichen Politikern vorschreiben, gegen „friedliche Demonstranten“ nicht mit Gewalt vorzugehen. Wer hinter den blutigen Ausschreitungen stecke? Die Autorin: Mittlerweile sei bekannt, „dass das ganze eine konzertierte und seit Jahren vorbereitete Aktion der NATO in Verbund mit israelischen Spezialkräften war, deren ´nützliche Helfer´ (…) die Faschisten, in diesem Falle die Bandera-Nachfolger sowie die Nachfolger der SS-Division Galizien sind. Sie schreibt, es hätten sich zu damaliger Zeit etwa 5.000 NATO-Söldner in der Ukraine befunden, deren Zahl heute enorm gewachsen sei.

Allerdings brach die Krise in der Ukraine nicht wegen des korrupten ukrainischen Parlamentes aus, so Brigitte Queck, „sondern weil sich die ukrainische Regierung weigerte, das EU-Assoziierungsabkommen zu unterzeichnen“. Amerikanische Professoren analysierten das ca. 1.000seitige Dokument und kamen zu dem Schluss, es beziehe quasi die Ukraine in die NATO ein, „auch ohne eine durch ukrainische Gesetze geforderte Volksabstimmung“. (S. 78) Mit scharfen Worten geißelt die Autorin auf Seite 79 den von den USA und der EU angestrebten Regimewechsel in der Ukraine. Er sei Teil eines verdeckten Krieges gegen Russland. Die Installierung einer Stellvertreterregierung in Kiew und der Beitritt der Ukraine zur EU und zur NATO sei „eine direkte Bedrohung Russlands an der westlichen Grenze...“.

Was will Putin? Er will Volkswohlstand für sein Volk und die Wiederherstellung der vollen Souveränität seines Landes. Im Gegensatz zum globalen Feldzug der US/NATO zur Errichtung einer unipolaren Welt unter Führung der USA streben andere Völker – u.a. Russland, Kasachstan, Belorussland sowie die stark besorgten Länder Armenien, Kirgistan, der Iran und China – eine multipolare Welt an, „wo auch der kleinste Staat der Erde selbst bestimmen kann, welchen Entwicklungsweg er nimmt und nicht, um zum Erfüllungsgehilfen der EU/NATO zur Unterjochung der Menschheit unter eine Minderheit der Reichsten dieser Erde zu werden“. (S. 40)

Möge sich das inhaltsschwere Buch von Brigitte Queck als Pflichtlektüre empfehlen. Denn, so die Autorin auf Seite 259, die Perspektive eines Krieges mit Russland trage für Deutschland und Europa apokalyptische Züge. „Die einzige Chance zur Verteidigung des Friedens besteht in der Annäherung an Russland.“ Und auch dies sei mit Beifall für die mutige und aufrechte Autorin bedacht: Es sei bewundernswert, mit welcher Besonnenheit der russische Präsident Putin auf das Vorgehen der US/NATO/EU/Israel reagiere.

Wer Zündschnüre legt für neue blutige Aggressionen ist im hohen Grade ein Krimineller. Sie sollten bei uns allen klingeln – die Alarmglocken, mahnt Brigitte Queck. Das sei das Gebot der Stunde: Sich zu Russland bekennen, wie sie auf Seite 204 aus einem Aufruf des Deutschen Freidenkerverbandes (siehe junge welt vom 7.4.2014) zitiert. Ohne Wenn und Aber. (PK)


Brigitte Queck: „Die Ukraine im Fokus der NATO. Russland das eigentliche Ziel“, Taschenbuch: 292 Seiten, Verlag: Zambon, Giuseppe, Frankfurt am Main; Auflage: 1 (25. April 2014), Sprache: Deutsch, ISBN-10: 3889752314, ISBN-13: 978-3889752314; 12 Euro

Erstveröffentlichung dieser Rezension in der Neuen Rheinischen Zeitung

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=20536

Mehr über den Rezensenten: http://cleo-schreiber.blogspot.com

#2 RE: Die Ukraine im Fokus der NATO von Bin Online 09.07.2014 11:59

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Zitat von pfeffer77 im Beitrag #1
Bekenntnis zu Russland – ohne Wenn und Aber
Mein lieber Pfeffer, groß wird der Kreis nicht sein, der diese Meinung teilt.

Es ist zwar zwecklos, aber ich versuche es trotzdem einmal.

Du schreibst, dass "Putin Volkswohlstand für sein Volk und die Wiederherstellung der vollen Souveränität seines Landes will".

Putins Wirtschaftspolitik ist desaströs, wenn man von der Rüstungsindustrie einmal absieht, hat Russland praktisch keine Industrie. Derzeit wird halt das Geld verprasst, was Öl und Gas hergeben. Kein Mensch auf dieser Welt hat zuhause ein industriell gefertigtes Produkt aus Russland. Außer der Kalaschnikow ist mir auch kein brauchbares Produkt aus Russland bekannt.
Es stimmt schon, ein Teil der Russen lebt jetzt besser, allerdings nur so lange, wie die Ölquellen sprudeln.
Putins Regierungsphilosophie lautet schlicht und ergreifend: Après nous le déluge

Russland braucht auch nicht seine volle Souveränität herstellen, Russland ist ein söuveräner Staat.
Du meinst damit die Wiederherstellung der alten Sowjetunion.
Davon mag der Putin feucht träumen, realisieren wird er dies nie.

Die Ukraine ist übrigens auch ein souveräner Staat, leider tritt Putin diese derzeit mit Füßen.
Was sowohl für die Ukraine, als auch für Russland eine Tragödie ist.

Aus dem Budapester Memorandum:

Im Memorandum verpflichteten sich die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Russland in drei getrennten Erklärungen jeweils gegenüber Kasachstan, Weißrussland und der Ukraine, als Gegenleistung für einen Nuklearwaffenverzicht die Souveränität und die bestehenden Grenzen der Länder (Art. 1) sowie deren politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit zu achten (Art. 2 f.) und im Falle eines nuklearen Angriffs auf die Länder unmittelbar Maßnahmen des UN-Sicherheitsrates zu veranlassen (Art. 4).

Hierzu braucht man eigentlich nichts mehr dazu schreiben.
Putin hat diese Verträge gebrochen.

Ein Bestseller wird Brigitte Quecks Buch wohl nicht werden aber immerhin hat sie mal eines geschrieben, dass ist ja auch schon mal was.

#3 RE: Die Ukraine im Fokus der NATO von pfeffer77 23.07.2014 16:44

Bin online, jeder hat seine Sicht, aber vielleicht schaust Du mal gründlich nach der Militärdoktrin der USA und nach den jeweiligen Interessen der Mächte und wo die ökonomischen und politischen Ursachen des Größenwahns liegen, dann könnte man sachlich weitersprechen. Im Prinzip wehrst Du den Inhalt des Buches nur ab, ohne auf Argumente einzugehen. Hoffentlich müssen wir nicht eines Tages aus unserem Traum der Selbstzufriedenheit erwachen, böse erwachen. Gruß von pfeffer77
(P.S: In den Foren mit solchen linkskritischen Beiträgen ist das Interesse groß, drei Prozent stimmen etwa zu, ein bis zwei % der User beißen Dir in die Waden und - wie gesagt - der Rest nimmt es zur Kenntnis. Wie und ob überhaupt, das kriegt man natürlich nicht mit. Mir geht es niemals darum, ewige "Nebelhörner" und Russenhasser aufs Korn zu nehmen, da zerplatzt bei denen jedes Argument wie eine Luftblase. Die Medien, die dem Gewerbe unterliegen, können halt frohlocken. Schönen Gruß an das Hirn!)

#4 RE: Die Ukraine im Fokus der NATO von Bin Online 23.07.2014 17:12

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Egal ob Russland, Deutschland oder die USA, jede Nation hat/hatte Regierungen, die schwere Fehler machten.
Leider artet Deine Re­zen­si­on in eine Lobhudelei für Putin aus und da ist es halt schwer, sich ernsthaft weiterhin zu befassen.
Du schreibst:

Es sei bewundernswert, mit welcher Besonnenheit der russische Präsident Putin auf das Vorgehen der US/NATO/EU/Israel reagiere.

Das ist 1:1 Stalin-Verehrung und Agitprop vom Feinsten, willst Du uns doch suggerieren, dass Towarischtsch Putin ein guter Mensch ist und die US/NATO/EU/Israel die bösen sind. Sorry, nicht mit mir!

#5 RE: Die Ukraine im Fokus der NATO von Issomad 23.07.2014 18:12

Die russische Industrie bedarf wirklich einer Modernisierung. Stattdessen stopfen sich die Oligarchen nur weiterhin das Geld in die Taschen, anstatt es für Investitionen in die Zukunft zu benutzen ....

In der Ukraine strebte man schon unter Janukowitsch eine Modernisierung der Wirtschaft an (mittels des EU-Assoziierungsvertrags->Hebung auf EU-Standards), aber anscheinend wurde er von Putin zurückgepfiffen (mit einer Einstellung der günstigen Gaslieferungen gedroht?). So begannen dann die Proteste ...
Putin ist wohl nicht an einer wirtschaftlich starken Ukraine interessiert und versucht das zu verhindern. Das kann man doch mal anprangern ...

#6 RE: Die Ukraine im Fokus der NATO von pfeffer77 23.07.2014 18:30

Auch Du ignorierst völlig die Interessen der USA und der EU... So kommen wir nicht weiter. Gruß von Pfeffer77

#7 RE: Die Ukraine im Fokus der NATO von Bin Online 23.07.2014 18:44

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Jedes Land hat Interessen und es ist Sache der Diplomatie und der Politik, diese so durchzusetzen, dass sich daraus keine Konflikte ergeben.
George W. Bush hat dies nicht gemacht und jetzt macht Putin es nicht.

#8 RE: Die Ukraine im Fokus der NATO von universumtv 23.07.2014 19:38

Sehr wahr
ich betrachte "Pfeffer 77" eher als verklärten Idealisten. Putin als Guten Menschen zu bewerten wäre gleichzusetzen mit einem Erdogan, der Israel liebt. Schon etwas merkwürdig. Und das mit den Interessen: Sind nicht genau diese es, die Kriege hervorbringen und brachten??

#9 RE: Die Ukraine im Fokus der NATO von pfeffer77 23.07.2014 22:21

Wie flachgebürstet und "abgeklärt muß man sein, um Interessen nicht mit Profitgier und schlimmer Geschichte in Zusammenhang zu bringen. Ich habe als Kind noch den Rest des II. Weltkrieges erleben müssen und hasse und verabscheue neue Bestrebungen, gen Osten zu reiten. Und die deutsche Elite im Schlepptau der Amis!! Im Übrigen: Wenn man viel im Internet - speziell in Foren - unterwegs ist, dann freut man sich selbstverständlich über zahlreiche inhaltlich deckungsgleiche Ansichten. Kalt lassen einen jedoch sich intellektuell gebärdende sogenannte Meinungen und Standpunkte ohne inhaltliche Tiefe, anspruchsloses Krikastern, Substanzloses - wahrscheinlich zur geistigen Selbstbefriedigung. Ein Schauer läuft einem über den Rücken, wenn zu so einem ernsten Thema wie Krieg und Frieden (Beitrag zur Neuvermessung der Welt) kaum ein Wort verloren wird. Das ist nicht nur Politverdrossenheit, sondern zeigt auch, wie manchen Leuten Ernsthaftigkeit und damit politisches Interesse weitgehend abhanden gekommen sind. Man spricht von einer lähmenden Gleichgültigkeit. Jedes Argument prallt bei denen ab. Sie klammern sich an unwesentliche Details, an Äußerlichkeiten, an Formfragen, bestenfalls schweigen sie feige. So schützen sie sich vor unbequemen Fragen. Wer wollte schon auf manche massiv ausgekotzte Dummheiten reagieren? Verschwendete Liebesmüh.

Im Disput fallen oft die Worte Entpolitisierung und Reduzierungen. Ein User wandte sie auf den ehemaligen Osten an. Es ist genau umgedreht – es ist der Manipulationsknüppel der Heutigen. Es ist eine der wichtigsten Methoden, um das Volk in Hörigkeit zu halten. Der Brisanz dieser Feststellung begegnet man allemal: Da wird die Alternative zum Kapitalismus, die DDR, auf Diktatur und Stasi reduziert, da wird die Befreiung vom Faschismus auf „Kriegsende“ umgedeutet, da wird die Tatsache der zweiten Front durch die westlichen Allierten als der entscheidende Anteil des Sieges über Hitlerdeutschland hochstilisiert, da werden die Opfer des Faschismus auf die Judenverfolgung verkürzt...

Gehen wir noch weiter zurück: In seinem wundervollen Büchlein „Herztöne“ schreibt der einstige bekannte DDR-Publizist Hajo Herbell auf den Seiten 147-149 folgendes: Selbst die Histiographie zeige sich „rechtslastig, national-konservativ“. Im „Lexikon der Weltgeschichte von 1999 lese sich das zum Beispiel so: „Unter dem Kommando (!) von Bauernführern wie Thomas Müntzer (…) kam es (…) zu zahlreichen Erhebungen. (…) Nach anfänglichen Erfolgen (…) schlug der Protest um in nackte Gewalt, es kam zu Plünderungen und Mordtaten“, (…) bis die armen Fürsten quasi gezwungenermaßen ihre überlegene Streitmacht aufboten. Im „Bildatlas Deutsche Geschichte“ von 1999 werde Thomas Müntzer als „irrlichtender Geist“ bezeichnet und Luther werde ebenso verkleinert und sein reformistisches Aufbegehren geschah aus „privater Gewissensnot“. Selbst die mutige Tat von Stauffenberg werde des Politischen beraubt und allein aufs Moralische reduziert, so Herbell. (S. 150) Da sind sie – die Reduzierungen auf Nebensächlichkeiten, die heute Hochkonjunktur haben.

Kurz: Die angepriesene Vielfalt (Pluralismus) soll für Demokratie stehen. Das ist irritierend. Und bemäntelt gleichzeitig die wahren Absichten der oberen Zehntausend nach Macht und Profit auf Kosten des Sozialen. Verzettelung, Vereinzelung, Reduzierung auf´s Detail, die Entpolitisierung, die Negierung des Gesamtzusammenhangs – das ist Ideologie der schlimmsten Art, das ist Methode. Warum? Weil das Ende der Geschichte ausgerufen ist. Keine Veränderungen mehr. Genug. Alles bleibt beim Alten. Diese geduldete „Offenheit“ und „Meinungsfreiheit“ sind der geistigen Kommerz-Treibjagd durch Politik und Medien, durch den Neoliberalismus geschuldet. Was ist eine Hochwassergefahr, die gebändigt werden kann, gegen eine mächtiger werdende geistige Kloaken-Flut? Wie aufregend! Meinst du wirklich??? Wer fragt da nach Alternativen?

Eine Sache der Gewöhnung? So ist es. Nicht jeder lässt gerne Ernsthaftes an sich heran. Wie auch, wenn sich die herrschende Clique mit einem raffinierten Blendwerk umgibt und ihre wahren Ziele nicht so leicht zu durchschauen sind. Da lässt man lieber die Finger von aufklärerischen politischen Sachbüchern. Solche Politischen? Hände weg! Unterhaltung auf seichteste Art liegt immer gut im Rennen, lässt sich gut verkaufen. Und vor allem: Um jede Ursache gesellschaftlicher Fehlleistungen wird ein Umgehungsschild aufgestellt!!! Ja nicht in die Tiefe gehen. Politisches Nachdenken ist gefährlich uncool. Gruß vom "verklärten Idealisten". Pfeffer77

#10 RE: Die Ukraine im Fokus der NATO von Bin Online 27.12.2014 11:25

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Zitat von pfeffer77 im Beitrag #1
Bekenntnis zu Russland – ohne Wenn und Aber

Immer noch?
Jetzt wo Putin die französischen Faschisten finanziert?

#11 RE: Die Ukraine im Fokus der NATO von Staber 27.12.2014 20:06

Was hier veranstaltet wird ist brandgefährlich! Wenn die Ukraine der NATO beitritt, was kommen wird, man will es mit aller Macht durchsetzen, dann haben wir schon den Vorhof eines neuen europäischen Krieges. Bei einem Beitritt, werden die NATO-Staaten umgehend westliches Militär in der Ukraine stationieren. Das werden Boden-Boden Raketen, mechanisierte Einheiten wie Panzer- und Panzergrenadiereinheiten, Luftlandetruppen, sowie Luftwaffeneinheiten. Die Ukraine wird als Aufmarschgebiet benutzt. Das wird sich Russland nicht gefallen lassen. Als lang gedienter Soldat a.D. bin ich überzeugt, dass dies zu einem Krieg führen wird. Es scheint so gewollt zu sein.

#12 RE: Die Ukraine im Fokus der NATO von Bin Online 27.12.2014 21:09

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Ob die Ukraine je in die NATO eintritt oder nicht, steht noch in den Sternen.
Putin hat mit seiner aggressiven Politik die gesamte europäische Sicherheitspolitik geschreddert.
Ferner glaube ich nicht, dass es Putin tatsächlich um die Sicherheit Russlands geht. Wer bedroht denn Russland?
Heute leben die Menschen in Polen und den baltischen Staaten in Angst, Angst vor Putin.

#13 RE: Die Ukraine im Fokus der NATO von Joker 27.12.2014 23:33

Zitat von Bin Online im Beitrag #12
Ob die Ukraine je in die NATO eintritt oder nicht, steht noch in den Sternen.
Putin hat mit seiner aggressiven Politik die gesamte europäische Sicherheitspolitik geschreddert.
Ferner glaube ich nicht, dass es Putin tatsächlich um die Sicherheit Russlands geht. Wer bedroht denn Russland?
Heute leben die Menschen in Polen und den baltischen Staaten in Angst, Angst vor Putin.



Fakt ist, dass das "Referendum" als Ergebnis der Anwesenheit von russischen Truppen außerhalb der von ihnen gepachteten Areale die Merkmale einer Besatzung erfüllt und somit völkerrechtswidrig ist, ebenso wie die Entsendung "Freiwilliger" in russische Enklaven, sowie die dort abgehaltenen Wahlen, die zwar nur gegen die ukrainische Verfassung verstoßen, jedoch auch dadurch ungültig sind. Auch hier greifen die Merkmale der Besatzung durch die Anwesenheit bewaffneter russischer Truppen, auch wenn sie keine Hoheits-und Dienstgradabzeichen trugen. Inzwischen hat Putin ja zugegeben, dass es sich um russische Truppen handelte.

#14 RE: Die Ukraine im Fokus der NATO von pfeffer77 27.12.2014 23:40

Hallo Staber, endlich mal einer, der klar sieht was geschieht. Auch mir gehen solche Befürchtunen durch den Kopf. Wie blind müssen manche sein, die wahren Ursachen nicht erkennen zu wollen... Von ganz oben fabrizierte Dummheit, Hörigkeit ist die Folge... Gruß von pfeffer77

#15 RE: Die Ukraine im Fokus der NATO von Joker 27.12.2014 23:53

Zitat von pfeffer77 im Beitrag #14
Hallo Staber, endlich mal einer, der klar sieht was geschieht. Auch mir gehen solche Befürchtunen durch den Kopf. Wie blind müssen manche sein, die wahren Ursachen nicht erkennen zu wollen... Von ganz oben fabrizierte Dummheit, Hörigkeit ist die Folge... Gruß von pfeffer77


Nun, wer fabriziert denn deine Dummheit? Du glaubst doch nicht allen Ernstes, dass du und Staber die Einzigen "Erleuchteten " sind, oder doch?

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