#1 Unsicherer Kantonist Türkei von Bin Online 27.09.2014 12:11

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Ein Gastbeitrag von Wolfgang Kaufmann Redakteur bei der Preußische Allgemeine Zeitung | 25.09.14



Unsicherer Kantonist Türkei
Nato-Mitgliedsland macht offenbar gemeinsame Sache mit Terrororganisation IS

Derzeit verdichten sich die Hinweise darauf, dass das Nato-Mitglied Türkei unter der Hand mit dem Islamischen Staat paktiert, um eigene strategische Ziele zu erreichen.

In den letzten Tagen meldeten mehrere türkische Zeitungen, der Islamische Staat (IS) unterhalte „Schläferzellen“ in Ankara und Istanbul sowie den anatolischen Provinzen Van, Diyarbakir, Hatay, Sanliurfa und Gaziantep, die jederzeit loszuschlagen vermögen. Daraus konstruierten wohlwollende Kommentatoren dann sofort einen weiteren Entschuldigungsgrund für die Türkei, beim Kampf gegen die Terrormiliz abseits zu stehen, wie er im Vorfeld der wundersamen Befreiung der 49 türkischen Geiseln aus dem Konsulat in Mossul nicht passender hätte auftauchen können. So darf die Regierung in Ankara nämlich nun weiter die Rolle des Erpressungsopfers reklamieren, das zu Wohlverhalten gezwungen sei, woraus dann auch die Unmöglichkeit resultiere, der Anti-IS-Koalition von zehn arabischen Staaten beizutreten und Luftwaffenbasen für Angriffe auf die Islamisten zur Verfügung zu stellen.

Doch hat Kalif Ibrahim die Türkei tatsächlich immer noch in der Hand oder konstruiert Ankara nur ein Bedrohungsszenario, um sein eigenes Süppchen am Kochen zu halten? Ja, handelt es sich bei den „Schläfern“ vielleicht sogar um Angehörige des Islamischen Staates, die der türkische Geheimdienst MIT selbst ins Land geholt hat? Das nämlich ist gar nicht so weit hergeholt, wie es scheint. Immerhin beweist ein der Tageszeitung „Özgür Gündem“ zugespieltes Schreiben des damaligen türkischen Innenministers Muammer Güler vom 15. März 2013, wie intensiv der MIT zu diesem Zeitpunkt bemüht war, den Terroristen der IS-Vorläuferorganisation ISIS durch die Bereitstellung von Trainings- und Wohnmöglichkeiten Unterstützung zu leisten. Darüber hinaus steht seit der Stellungnahme von Gesundheitsminister Mehmet Müezzinoglu auch zweifelsfrei fest, dass mindestens 900 verwundete Kämpfer des Islamischen Staates in südosttürkischen Krankenhäusern aufgepäppelt wurden, darunter auch der hochrangige Kommandeur Mazen Abu Mohammed.

Außerdem sind da noch die Waffenlieferungen der Türkei nach Syrien, die offenkundig nicht nur an „moderate“ Assad-Gegner gehen, denen übrigens mittlerweile auch weniger denn je zu trauen ist, nachdem sie sich jetzt auf einen Waffenstillstand beziehungsweise Nichtangriffs­pakt mit dem Islamischen Staat geeinigt haben. So flog in der Vergangenheit bereits eine MIT-Lieferung von 1200 Granatwerfergeschossen auf, die direkt in Gebiete gehen sollte, die von der Al-Kaida kontrolliert wurden. Deshalb haben die türkischen Oppositionspolitiker Kemal Kilicdaroglu und Ertugrul Kürkcü wohl mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit recht, wenn sie der Regierung Erdogan beziehungsweise dem Geheimdienst ihres Landes vorwerfen, auch den Islamischen Staat mit Waffen zu beliefern oder dies zumindest bis vor Kurzem getan zu haben.

Ebenso fällt auf, dass sich immer mehr Türken der Terrormiliz anschließen, darunter mittlerweile schon ganze Großfamilien mit Kindern, wie der Abgeordnete Atilla Kart aus seinem anatolischen Wahlbezirk Konya berichtete – schwer vorstellbar, wie ein derartiger Abfluss von Menschen gegen den Willen der türkischen Behörden möglich sein soll. Und es liegen ja auch genügend Berichte über lasche Grenzkontrollen vor, bei denen nicht einmal die Pässe überprüft wurden.

Fragt man nach den Gründen, welche die Türkei zu einem heimlichen Verbündeten des IS machen könnte, so stößt man unter anderem auf die Ölverkäufe der Terrormiliz. Nach Vor-Ort-Beobachtungen von Mehmet Ali Ediboglu, der die Provinz Hatay im Parlament vertritt, hat der IS allein in der ersten Jahreshälfte dieses Jahres Rohöl im Werte von 800 Millionen Dollar in die Türkei geliefert – und zwar für den sagenhaften Dumping-Preis von 18 Dollar pro Barrel. Darüber hinaus steht zu vermuten, dass Ankara insgeheim auf eine Schwächung beziehungsweise Dezimierung der Kurden infolge der Kämpfe mit dem IS sowie den Zusammenbruch der sunnitischen Staaten südlich seines Territoriums hofft. Hierdurch nämlich könnte es sich zur Hegemonialmacht im Raum zwischen der Levante und Mesopotamien aufschwingen, was de facto auf die teilweise Restauration des Osmanischen Reiches hinausliefe.

Auf jeden Fall ist und bleibt die Türkei ein extrem unsicherer Kantonist, wenn es um die Bekämpfung islamistischer Terrorgruppen wie der Miliz von Kalif Ibrahim geht. Das wiederum droht zu einer tödlichen Gefahr für Europa und Deutschland zu werden. Bereits jetzt genehmigt Italien so gut wie jeden türkischen Visa-Antrag, und die Griechen und Ungarn verfahren auch nicht viel strenger, weil sie auf das Geld schielen, das die Türken ins Land bringen. Hierdurch könnten zahllose IS-Anhänger türkischer Herkunft in den Schengen-Raum einsickern, die bisher nirgendwo als Gefährder registriert sind. Und in dieser Situation verhandelt die EU tatsächlich noch mit Ankara über eine vollständige Abschaffung der Visapflicht für Türken! Wolfgang Kaufmann

Zuerst erschienen: Preußische Allgemeine Zeitung

#2 RE: Unsicherer Kantonist Türkei von universumtv 27.09.2014 20:57

DAs, was hier geschrieben wurde, ist schon länger als Tatsache zu betrachten, und ich hatte es auch schon hinterfragt. Nur schien mangels einer REaktion dafür noch kein Interesse bestanden zu haben. JEtzt kann man also fragen, ob und inwieweit sich die NAto auf diesen Verein im Bunde verlassen kann. Und ich bin da sicher, dass die jetzige HAltung sehr wohl aus der Situation von vor einigen Monaten abgeleitet werden kann. Die Türkei ist nicht nur in der NATO ein Unsicherer Kandidat. Nur passt es nicht ins Bild, dass sie NOCH Kurden ins Land lassen. Und hier frage ich nochmal: werden die dann von den "Wohltätern" gejagt?? Zuzutrauen wär es einem solchen Präsidenten von eigenen Gnaden...

#3 RE: Unsicherer Kantonist Türkei von Bin Online 27.09.2014 21:31

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Die Türkei bekommt für die Flüchtlinge ja auch Geld, wie viel davon bei den Flüchtlingen ankommt, weiß man nicht.

Das Die Türkei aus der NATO entfernt werden muss, fordere ich schon lange. Mit einem freien Kurdistan hätten wir dort eine sehr gute Alternative.

#4 RE: Unsicherer Kantonist Türkei von universumtv 27.09.2014 21:49

Ich würde sogar noch weiter gehen. Und die isolieren wollen; ich weiss allerdings auch, dass das wirtschaftlich derzeit schwerlich möglich ist. Aber je mehr ich mich mit der Poltik dieses Landes auseinandersetze, desto unsympathischer wird es mir.
Es ist daher mehr als bedauerlich, dass wir uns den Werdegang solange ohne Sanktionierung angeschaut haben, und, im Gegenteil, noch jede Menge Mittel investiert haben.
Und eine ähnlichen Werdegang werden wir mit China in einer anderen Richtung erleben. Aber das ist ein derzeit wahrscheinlich nicht interessantes Thema, weil auch die Wirtschaft hier nur an die zu erzielenden Gewinne und MArktanteile denkt, nicht aber an die Entwicklunbg dieses LAndes, dass sehr wohl in der LAge sein dürfte, uns alsbald zu diktieren, was erlaubt ist und was nicht....

#5 RE: Unsicherer Kantonist Türkei von Bin Online 27.09.2014 22:05

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Die wirtschaftlichen Interessen werden im Fall der Türkei nicht so gravierend sein. Das Problem ist, dass die USA die Türkei immer noch als eine Art strategischen Flugzeugträger sehen. Ob dies bei der heutigen Militärtechnik überhaupt noch nötig ist, weiß ich nicht.

#6 RE: Unsicherer Kantonist Türkei von universumtv 27.09.2014 22:14

Du kannst trotzdem davon ausgehen. Ein Großteil der Textilindustrie ist dorthin ausgewandert. Und das ist nur ein Teil. Und wenn du andere Industrien wie die Unterhaltungsindustrie dqzu rechnest, wird das schon ein erklecklicher Anteil. Und wir müssen ja diese Unternehmen immer noch schützen und vor allem stützen.
Der Strategische Teil ist nicht nur von den paar Flugzeugen bestimmt. Hier geht es mehr um die umliegenden Staaten, die den USA wichtig erscheinen; es ist zumeist "Feindesland" Die Technik ist nicht das wirkliche Probelm, sondern die Anwesenheit.

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