#1 Martin Heidegger > Schwarze Hefte < - "Anmerkungen I-V" von Bin Online 06.04.2015 08:21

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Die Anmerkungen I–V entstanden zwischen 1942 und 1948 (der Band enthält auch jenes »Schwarze Heft«, das bis vor Kurzem noch als verschollen galt). Wie schon in den Überlegungen (GA 94–96) bieten sie ein einzigartiges
Feld verschiedener Gedanken und Einsichten, die zuletzt ein eindrucksvolles Gewebe des Denkens ergeben. Heideggers Gedanke einer Geschichte des Seins beginnt zu verblassen zu Gunsten eines beruhigten Denkens des »Gevierts«. Dennoch setzen sich die in den Überlegungen auftauchenden problematischen Deutungen des Judentums im Rahmen des geistigen Untergangs der Deutschen fort. Die Nachkriegszeit wird als Selbstverrat des deutschen Auftrags, den »anderen Anfang« der Seinsgeschichte zu stiften, erfahren. Damit verbunden beginnt Heidegger, nicht nur das Scheitern seines universitätspolitischen Vorhabens 1933/34, sondern auch das 1946 ausgesprochene Lehrverbot zu verarbeiten. Die Aufzeichnungen erlauben einen bisher unbekannten Einblick in die schmerzhafte Neuorientierung des Denkers.


MICHA BRUMLIK hat in der taz darüber einen sehr guten Artikel und lesenswerten geschrieben. Gleich zu Anfang des Artikels ist ein Foto vom "Heideggers Rundweg" platziert mit dem Untertitel "Wenn man auf seinen Pfaden wandelt, sollten man sich auch seiner Irrwege bewusst sein."
"Den perfekten Menschen" gibt es halt nicht!
JÜRGEN KAUBE von der FAZ schreibt, dass Heidegger ein Philosoph mit kruden, verachtenden Aussagen war. Anderseits war Heidegger "der Philosoph" seiner Zeit. Kaubes Artikel ist ebenfalls eine sehr gute Beschreibung des umstrittenen Philosophen.


Heidegger, Martin: Anmerkungen I-V (Schwarze Hefte 1942-1948)
Herausgegeben von Peter Trawny
2015. VI, 528 Seiten
ISBN 978-3-465-03870-2 Ln 68,00 €
ISBN 978-3-465-03869-6 kt 58,00 €
Martin Heidegger Gesamtausgabe 97

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