Seite 2 von 2
#16 RE: Saudi Arabien und die Frau im Minirock von Orbiter1 18.12.2017 12:21

Auf qantara.de gibt es ein Essay des Journalisten Stefan Buchen (der viele Jahre aus dem Nahen Osten berichtet hat) über die Außenpolitik von Saudi Arabien unter Kronzprinz Salman. Seine Einschätzung fällt vernichtend aus. "Das Reich der Schwäche".

"Im Syrienkrieg, dem bestimmenden Ereignis der nahöstlichen Gegenwart, wollte Saudi-Arabien das Assad-Regime stürzen und durch eine sunnitisch geprägte Regierung ersetzen. Trotz der finanziellen, politischen und militärischen Unterstützung entsprechender Rebellengruppen wurde das Ziel verfehlt. Heute liegt dieses Kriegsziel sogar in größerer Ferne als zu jedem früheren Zeitpunkt des Syrienkrieges.

Im Jemen, jenem bitterarmen südlichen Nachbarland, will die saudische Luftwaffe die schiitische Huthi-Bewegung nieder- und den Weg freibomben für mit Riad verbündete Statthalter um den früheren jemenitischen Vizepräsidenten Mansour Hadi. Bis jetzt ist das nicht gelungen. ....

Im vergangenen Sommer ging das saudische Herrscherhaus, im Verein mit den Arabischen Emiraten, Bahrain und Ägypten und mit amerikanischer Rückendeckung gegen Qatar vor. Die Koalition unter saudischer Führung verhängte eine Blockade gegen den kleinen Nachbarn, verlangte u.a. den Stopp der Annäherung Qatars an Iran und die Schließung des Satellitensenders Al-Jazeera. Die Initiative blieb fruchtlos.

Einen besonders peinlichen Tiefpunkt erreicht die saudische Regionalpolitik mit der Hariri-Affäre. Offenbar war der libanesische Premier Saad al-Hariri den Saudis zu weich in seiner Haltung gegenüber Iran und der pro-iranischen Hisbollah-Miliz, dem wichtigsten politischen Faktor im Libanon. Die Macht des Königreichs reichte aus, seinen langjährigen Verbündeten Hariri zu Beginn seines Besuchs in Riad Anfang November zu einer Rücktrittserklärung vor laufender Kamera zu zwingen. ... Saad al-Hariri kehrte über Paris in den Libanon zurück und trat dort vom Rücktritt wieder zurück. Er amtiert weiter als libanesischer Premierminister.

In den Medien ist die Rede von der "Rivalität zwischen den Regionalmächten Saudi-Arabien und Iran" inzwischen sehr populär. Jeder außenpolitische Kommentator schreibt darüber. Oft schleicht sich dann eine Unschärfe ein: "Rivalität" klingt nach Ebenbürtigkeit. Davon kann in der politischen Wirklichkeit jedoch keine Rede sein. Auf den militärischen und den diplomatischen Schlachtfeldern des Nahen Ostens erweist sich der Iran als klar überlegen. .....

Haben die Saudis nicht für viele Milliarden Waffen gekauft? Müssten sie da nicht aus eigener Kraft erfolgreicher sein?, könnte man fragen. "Das ist nur ein riesiger unbrauchbarer Haufen Metall", sagte einmal ein israelischer Regierungsbeamter, als es im vertraulichen Gespräch um genau diese Frage ging. ...

Zähigkeit und Überlebenswille, Realitätssinn und ein klares Gespür für Würde waren bis vor drei Generationen identitätsstiftende Eigenschaften für die Beduinen der Arabischen Halbinsel, also die Vorfahren der Menschen, die wir heute kurz "Saudis" nennen..... Heute ist daraus ein Reich geworden, das die Prokura zum Lebensprinzip erhoben hat. Es scheint zu glauben, sich für Geld alles kaufen zu können: Fortschritt, Sicherheit, politischen Einfluss, militärische Siege. Das Vakuum, das von dieser Schwäche erzeugt wird, wird die Welt noch in Atem halten." https://de.qantara.de/inhalt/aussenpolit...h-der-schwaeche

Das schätze ich ähnlich ein. Ohne die Verbündeten USA und inzwischen auch Israel wird Saudi-Arabien den Machtkampf gegen den Iran verlieren. Dafür hat man einen treuen Großabnehmer für Waffen gefunden.

#17 RE: Saudi Arabien und die Frau im Minirock von Bin Online 18.12.2017 12:47

avatar

Vor Jahren hatte ich in Marbella einen Sichtkontakt mit ein paar saudische Prinzen.
Keiner mochte sie, außer das sie permanent notgeil waren, war da nix.
Ballermänner mit Geld.

Der Iran ist kriegserfahren, er zündelt auch überall und er hat eine famose Prpagandaabteilung.
Manche glauben deshalb, dass der Iran er liberales Land ist, was aber nicht der Fall ist.

Der neue Prinz bei den Saudis will jetzt ja modernisieren, als erstes sollen die Frauen selber Autos fahren dürfen.
Warten wir es halt mal ab.

Die Amerikaner ziehen sich ja zurück und jetzt könnte Russland ja die ordnungspolitische Macht werden.
Und ohne Amerikaner wird dort die Welt sicher besser.

#18 RE: Saudi Arabien und die Frau im Minirock von Orbiter1 18.12.2017 13:08

Zitat von Bin Online im Beitrag #17
Vor Jahren hatte ich in Marbella einen Sichtkontakt mit ein paar saudische Prinzen.
Keiner mochte sie, außer das sie permanent notgeil waren, war da nix.
Ballermänner mit Geld.

Der Iran ist kriegserfahren, er zündelt auch überall und er hat eine famose Prpagandaabteilung.
Manche glauben deshalb, dass der Iran er liberales Land ist, was aber nicht der Fall ist.
Da schenken sich Saudi-Arabien und der Iran nichts. In beiden Ländern haben islamische Hardliner das Sagen.

Zitat
Der neue Prinz bei den Saudis will jetzt ja modernisieren, als erstes sollen die Frauen selber Autos fahren dürfen.
Warten wir es halt mal ab.

Das sind für mich bisher nur Sprüche um den Westen für sich gewinnen zu können. Wenn dann mal die Finanzierung der arabischen Moscheen und Salafisten in Europa hochoffiziell beendet wird gewinnt er etwas an Glaubwürdigkeit, mehr aber auch nicht. Im Iran sind zumindest Teile der Gesellschaft etwas toleranter. Und auch die Kleiderordnung bei Frauen wird von der Sittenpolizei großzügiger gehandhabt.

Zitat
Die Amerikaner ziehen sich ja zurück und jetzt könnte Russland ja die ordnungspolitische Macht werden.
Und ohne Amerikaner wird dort die Welt sicher besser.

Die Russen sind klar auf der Seite der Iraner. Würde mich wundern wenn Russland in der Region die ordnungspolitische Macht wird. Das was in Syrien gelaufen ist hat die Russen doch schon an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gebracht. Militärisch liegen Welten zwischen Russland und USA.

#19 RE: Saudi Arabien und die Frau im Minirock von Bin Online 18.12.2017 13:47

avatar

Zitat von Orbiter1 im Beitrag #18
Im Iran sind zumindest Teile der Gesellschaft etwas toleranter. Und auch die Kleiderordnung bei Frauen wird von der Sittenpolizei großzügiger gehandhabt.
Teile der Gesellschaft? Wie viele würden denn die Mullahs wählen, wenn es freie Wahlen gäbe? Die Perser sind seit jeher ein zivilisiertes Volk, die Perser sind die amerikafreundlichsten Menschen im islamischen Raum. Die Iraner beantragen die allermeisten Greencards.
Ich halte es für einen Fehler, wenn man annimmt, dass ein Mullah oder ein Saudiprinz auch für die Bevölkerung spricht.
Die iranische Sittenpolizei sperrt immer noch Minderjährige ein, die nicht selten mittels Kran aufgehängt werden.
Beide Regierungen sind der absolute Dreck!

Dreck ist übrigens ein gutes Kriterium, um mit Deutschland ins Geschäft zu kommen.

Xobor Ein Kostenloses Forum | Einfach ein Forum erstellen