#1 Die Geschichte von Okan K., 31 von Bin Online 06.10.2017 14:55

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Alexander Wendt (Bestsellerautor und Autor bei Achgut) heute auf Facebook

Heute möchte ich die Geschichte von Okan K., 31, erzählen.
Eventuell begegnet Ihnen der junge Mann in Berlin oder irgendwo anders, falls er sich nicht doch wieder in seiner Zelle befindet. Dort hielt er sich nämlich bis vor Kurzem auf. Okan K. wurde 2014 wegen bandenmäßigen Diebstals zu fünf Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt.

Wann er den bandenmäßigen Raubzug begangen hatte und seit wann er deswegen sitzt, lässt sich auf die Schnelle nicht eruieren. Tatsache ist jedenfalls, dass er jetzt eigentlich vor Gericht stehen sollte, weil er 2013 zusammen mit seinem Kollegen Burak C. in Gesundbrunnen auf einen anderen Mann mit einer Machete eingehackt hatte. Warum ein Prozess erst vier Jahre nach einer schweren Straftat überhaupt erst beginnen sollte, ist ein eigenes Kapitel, das hier nicht behandelt werden kann.

Was tut die Berliner Justizverwaltung mit einem Häftling, der von der Polizei seit Jahren als hoch gefährlicher Intensivtäter eingeschätzt wird? Richtig, sie verlegt ihn - und zwar wegen Orkans schwerer Tilidin-Abhängigkeit - in den Maßregelvollzug. Und was passiert dann? Kurz vor dem Strafprozess bekommt der schwer rauschmittelabhängige Serientäter Ausgang. Und kehrt zur Überraschung des Personals nicht mehr zurück.

Nun kann man sagen: Dit is Berlin. Vielleicht liegt es an dieser ganz spezifischen Mischung aus Unfähig- und Wurstigkeit, der alle offiziellen Stellen dieser Stadt durchzieht. Seinerzeit nannte Karl Kraus Wien ein Laboratorium für den Weltuntergang; heute dient Berlin als Großversuch für die Frage, wie lange sich eine Zivilisation trotz erwiesener Unfähigkeit der Verwaltung aufrechterhalten lässt.
Allerdings gibt es noch eine andere Arbeitsthese: Nämlich die, dass der Zaubersatz von ganz besonderen Großclans: "wir wissen, wo deine Familie wohnt. Wir wissen, wo deine Kinder zur Schule gehen" bei Richtern und Justizbeamten Wirkung zeigt.

Und noch eine dritte Variante, die den ersten beiden nicht zwangsläufig widersprechen muss. Auffällig oft kommen Straftäter trotz schwerster Straftaten mittlerweile nicht mehr in U-Haft, auffallend oft gibt es Bewähungsurteile. Beispiele für U-Haftverschonung gefällig? Als zwei arabische Asylbewerber in Dresden einen Einheimischen, der keine Zigarette für die beiden Wertvolleralsgoldstücke erübrigen wollte oder konnte, auf dem Bahnhof auf ein Blahngleis stießen und daran hinderten, wieder auf den Bahnsteig zu kommen, so dass er nur wegen der Vollbremsung des einfahrenden Zuges mit dem Leben davonkam, entschied die Dresdner Staatsanwaltschaft zunächst, die beiden Täter nicht in Haft zu nehmen. Begründung: es handle sich nicht um mutmaßlichen Totschlag, sondern nur um Körperverletzung. Erst als sich ein gewisser Unmut in der Bevölkerung breitmachte, revidierte die Behörde ihre Entscheidung.

Und als am Wochenende in Wittenberg ein 17jähriger syrischer Alsylbewerber einen 30jährigen Deutschen per Faustschlag tötete, wurde ebenfalls auf U-Haft verzichtet; die Tat, hieß es, sei höchstens Körperletzung mit Todesfolge.

Womit könnte diese Haftverschonung etwas zu tun haben? Vielleicht damit, dass in den Gefängnissen kaum noch Zellen frei sind. Zumindest für Sachsen kann ich mit Zahlen dienen: Von den zehn Landesgefängnissen sind mittlerweile neun über die Kapazität belegt (als voll gilt ein Knast schon bei 90 Prozent Belegung). Vier Gefängnisse sind sogar zu über 100 Prozent gefüllt, Chemnitz-Kaßberg etwa mit 106 Prozent. Es gibt durchaus Grund anzunehmen, dass es in anderen Bundesländern nicht viel anders aussieht. Aus Sicht der Justiz ist also jeder Deliquent ein Gewinn, der nicht einfährt, in den Maßregelvollzug gesteckt wird und/oder davonspaziert.

Seit der Bundestagswahl heißt es oft von progressiven Meinungshabern, die AfD werde dort am stärksten gewählt, wo es die wenigsten Ausländer gebe, da sehe es doch - was auch immer. In Leipzig und Dresden gibt es durchaus Stadtteile mit 20 Prozent Ausländeranteil, aber es stimmt schon: im ganzen Land liegt der Anteil der Nichtdeutschen bei vier Prozent. Im sächsischen Strafvollzug aber bei 28 Prozent. und es handelt es sich eher nicht um deliquente Dänen und Chinesen.

Möglicherweise erklärt sich das Wahlergebnis auch so.

#2 RE: Die Geschichte von Okan K., 31 von Einherier 07.10.2017 10:20

Tja,
was sagt uns dieses Wieder?
Guckst du hier bei Michael Klonovsky:

Hochedle Frau ***,
ich bin nicht nur vollkommen d’accord mit Ihnen, dass die Gewalttaten der Flüchtlinge eine quantité négilgeable im Weltkampf zwischen Gut und Hitler darstellen; ich würde sogar noch weiter gehen als Sie und behaupten, dass es überhaupt keine Flüchtlingskriminalität gibt. Denn wer sich so aufführt, ist mit Sicherheit kein Flüchtling, sondern ein ordinärer Bandit. Fors do l'honneur nul souci!, wie der große Savoyarde zu sagen pflegte.
In der Hoffnung, dass immer eine Armlänge Abstand zwischen dem Leben und Ihren Idealen herrschen möge, grüßt wohlaffectionirt und ergeben Ihr
Michael Klonovsky

#3 RE: Die Geschichte von Okan K., 31 von Bin Online 07.10.2017 11:48

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Michael Klonovsky ist bei mir ja schon seit langer Zeit fester Bestandteil.

Fälle wie Okan K. halte ich für sehr problematisch, wie soll man denn auf Zugezogene reagieren, wenn man einkalkulieren muss, dass dieser ein Verbrecher ist?
Wenn man nahezu täglich liest, das Flüchtlinge trotz massiver Straftaten nicht eingesperrt werden?

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