#1 Bitkom rechnet bis 2023 wg Digitalisierung mit 3,4 Mio weniger Arbeitsplätzen in D von Orbiter1 02.02.2018 09:18

Der IT-Branchenverband wundert sich etwas über den Inhalt der Koalitionsverhandlungen und rechnet in den kommenden 5 Jahren in Deutschland mit dem Verlust von 3,4 Mio Arbeitsplätzen durch Digitalisierung und Automatisierung.

"Jedes vierte Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern sieht sich durch die Digitalisierung gar in seiner Existenz bedroht. Dies geht aus einer Umfrage des Verbands unter 500 Unternehmen quer durch alle Branchen hervor. ... Angesichts dieser Herausforderung verwundert es Bitkom-Präsident Achim Berg umso mehr, womit sich die Politik in Deutschland gegenwärtig beschäftigt. Arzthonorare, Rentenniveau, Soli-Abschmelzung – „seltsam entrückt“ komme ihm das alles vor. Es würden nur die Erträge der Agenda 2010 verteilt. Von Ideen, wie Deutschland in Zukunft Geld verdienen will, fehle jede Spur. „Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos ging es in nahezu jeder Veranstaltung um Künstliche Intelligenz. In Berlin habe ich davon bislang viel zu wenig gehört.“

Der Bitkom verweist unter anderem darauf, dass es in der deutschen Kommunikationstechnik Mitte der neunziger Jahre noch 200.000 Stellen gab. Jetzt seien es nur noch 20.000. „Wir haben in nur fünfzehn Jahren 90 Prozent der Arbeitsplätze in diesem Bereich verloren – durch die Digitalisierung“, sagt Berg. Eine solche Entwicklung drohe als Nächstes Banken und Versicherungen, aber auch der Chemie- und Pharmabranche. Auf die nächsten zwanzig Jahre betrachtet, würde die Hälfte aller Berufsbilder wegfallen, schätzt der Verband." http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/di...n-15428341.html

Das wird dann nicht mehr lange dauern bis man sich wieder zu den schrecklichen, bleiernen Groko-Jahren von 2013 bis 2017 zurücksehnt mit jeweils über 1 Mio neuer Teilzeit- und Vollzeitarbeitsplätzen, Haushaltsüberschüssen und Schuldenabbau. Heute kommen sie den üblichen verdächtigen Schlechtrednern wie der Untergang des Abendlandes vor, morgen wird ihnen hoffentlich klar dass es die beste aller Welten war.

#2 RE: Bitkom rechnet bis 2023 wg Digitalisierung mit 3,4 Mio weniger Arbeitsplätzen in D von Werner 02.02.2018 09:59

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Auf diese Zukunftsherausforderung hat die Politik noch keine Antwort.

Das Projekt Industrie 4.0 mit der Digitalisierung verursacht im Betrieb unter Vernichtung von Arbeitsplätzen keine Personalkosten, bewirken höchstens verhältnismäßig geringe aber niemals dauerhafte hohe Konsumaufwendungen. Hier müssen Modelle und Antworten gefunden werden inwieweit die Industrie 4.0 und die Digitalisierung dem Menschen zu monetären Einkommen verhilft, denn am Ende lebt beides vom Markt, der nun mal (neben dem Bedarf) nur funktioniert, wenn die Gesellschaften über entsprechendes konsumtives Einkommen verfügen. Mit wenigen Nutznießern sind nun mal kaum dauerhafte gewinnträchtige Geschäfte möglich.

#3 RE: Bitkom rechnet bis 2023 wg Digitalisierung mit 3,4 Mio weniger Arbeitsplätzen in D von Oase 02.02.2018 12:22

Zu 1 und 2, hallo, Orbiter, hallo Werner

Die fortschreibende Automatisierung und die Politik Paradox

Wie kann und soll man es verstehen, wenn jeder Mitbürger erkennen muss, dass man in der Politik immer wieder die gleichen Fehler wiederholt,
einfach wegzuschauen, nicht sehen wollen, was in Wirklichkeit auf die Welt, die Menschen zukommen wird? Hegt man keine Befürchtungen?

Das eigene Volk vor Jahren schlecht ausbildete, Lehrer und Polizeibeamte nach Hause schickte, anschließend dann gleich fremde Menschen hereinholte,
die man noch bilden und ausbilden musste, viele von ihnen nicht bildungsfähig, nicht ausbildungswillig sind?
Man diese Menschen den Bundesländern kommentarlos überließ?!

Man lockte durch entsprechende Äußerungen auch heute noch Menschen herein, die nur zum Teil bei uns arbeiten wollen und können.
Gleichzeitig ließ man zu, dass gut ausgebildete deutsche Menschen in Millionen abwanderten, in anderen Ländern arbeiten!
Oder viele deutsche Mitbürger in Frührente geschickt worden sind! In Millionenhöhe viele Mitbürger, Arbeitslose in falsche Statistiken versteckt?!
Eine widersprüchliche Politik, die man nicht akzeptieren durfte!

Und damit nicht genug, man setzt allem noch die Krone auf, indem man angesichts fortscheitender Digitalisierung und Automatisierung, Zunahme
von Roboter-Produktion, wissend, dass diese Drei auch noch Menschen in Millionen freisetzen werden, wieder Menschen haben will,
egal, ob es "eigene" Menschen, oder ob fremde, die man vorher noch bilden und ausbilden muss?!
Was man in den 80er Jahren den deutschen Kindern verweigerte? Heute diese nicht gut genug ausgebildet sind?!

Oder müssen wir uns nicht immer wieder fragen, geht es hier nicht nur um Umsatzsteigerung, die letztendlich auf Kosten einer Hälfte deutscher
Mitbürger geht? Man nimmt von den einen und gibt den anderen? Die Frage ist, denkt man in verschiedenen Welten?

Wo bleiben die Menschen? Wo bleibt die Kaufkraft? Diese Fragen haben mit der fortschreitenden Vollendung der vorgenannten Kriterien einherzugehen!
Nicht erst, wenn fast alles zu spät ist! Dann winkt der nächste Krieg! Man schiebt immer wieder vor sich her! Macht einfach weiter mit der "Töpfchen-Politik"!

Es ginge zu machen, wenn man es wollte, indem man die fortschreitende Automatisierung im Prozentsatz dieser die Arbeitszeit verringert, und die Einkommen
aus der fortschreitenden Automatisierung und deren steigenden Produktionen erhöht werden, damit Kaufkraft für die Menschen vorhanden bleibt, bzw.
steigern kann. Ohne Kaufkraft braucht man keine Produktionen! Mit Steigerung und geringerer Arbeitszeit können Mütter ihre Kinder halbtags selbst betreuen,
da hierdurch auch ein Lohnausgleich bestehen bleibt! Dann bräuchte der Staat auch nicht so viele Kindergartenplätze zur Verfügung zu stellen! Oase

#4 RE: Bitkom rechnet bis 2023 wg Digitalisierung mit 3,4 Mio weniger Arbeitsplätzen in D von Orbiter1 02.02.2018 16:58

Inzwischen gibt es heftigen Gegenwind für den Chef der Bitkom. Das mit den 3,4 Mio weniger Arbeitsplätzen stimmt angeblich gar nicht. Unterm Strich soll sich die Anzahl der Arbeitsplätze nicht verändern, aber viele werden andere Dinge tun als das jetzt der Fall ist. Der Bitkom wird Panikmache unterstellt um die Bundesregierung auf das Thema Digitalisierung aufmerksam zu machen. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/di...t-15429637.html Soweit ich die technischen Entwicklungen mitbekomme (vor allem über meinen Sohn) steht da sehr wohl eine größere Revolution ins Haus. Er geht jedenfalls davon aus dass es innerhalb weniger Jahre zu einer sehr starken Veränderung kommen wird. Und ob dann alle eine andere Aufgabe gefunden haben bezweifelt er sehr stark.

#5 RE: Bitkom rechnet bis 2023 wg Digitalisierung mit 3,4 Mio weniger Arbeitsplätzen in D von Werner 02.02.2018 21:01

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Dass Arbeitgeber diesbezüglich vor Panikmache warnen ist nachvollziehbar.

Großes aber

Seit es Geld gibt gilt: Geld hat weder Glaube, Religion, Ethik, Moral oder soziales Bewusstsein. Für ein Unternehmen gilt auch vorrangig die Regel es wird entweder gut (Gewinn) oder schlecht (Verlust) geführt. Die soziale Komponente wird aus Gewinnen finanziert. Unser Wohlstand ist fern jeglicher religiöser und/oder religiöser Gesinnung das Ergebnis Arbeit, Leistung im Wettbewerb in marktwirtschaftlicher Dynamik.

„Geld macht Macht”. Die Waffen sind ungleich verteilt. Wirkliche Macht haben diejenigen, die über Kapital verfügen. Über die gerechte Verteilung sollte über Besteuerung von demokratischen Staaten entschieden werden. Ausgehebelt wird dieser Grundsatz im Lichte der Globalisierung durch Steuerflucht, Leerkäufe, Derivate, Hedgefonds, Investmentfonds, Wetten über Wetten, Wertpapiere, usw.

Dank des Bankensystem mit seinem spekulativen und staatlicherseits unkontrollierten Börsenhandel wächst dem Finanzkapital eine Machtposition zu. Damit ist die demokratische Formel: „alle Macht geht vom Volke aus” stark eingeschränkt. Politische Entscheidungen werden daher nur bedingt am „Volkswohl” ausgerichtet. Nachfolgende volkswirtschaftliche Grundsätze gelten daher nur noch begrenzt:

1. Die Gewinne aus der wirtschaftlichen Wertschöpfung sollten dem sozialen Zusammenhalt der Volkswirtschaften dienen.

2. Über die gerechte Verteilung sollte über die Besteuerung von demokratischen Staaten entschieden werden.

Das Problem ist, dass neben der Geldmengenpolitik von Zentralbanken das spekulative, fiktive Geldvolumen das Geld der Staaten total verwässert längst nicht mehr den Gegenwert der Wirtschaftsleistung abbildet. Nun ist mit dem Bitcoin eine weitere Spekulationsmöglichkeit ohne reale Wertschöpfung parallel entstanden.

Meine Befürchtung aus dem vorgenannten (ich hoffe es war nicht zu tiefschürfend) in Beziehung von tatsächlicher wirtschaftlicher Macht im Kontext zur Geldmenge und den Eingangs aufgeführten Attributen des Geldes ist vorstellbar, dass der IT-Branchenverband mit seiner Einschätzung hinsichtlich der Arbeitsplätze durchaus richtig liegt. Der Rückgriff auf bisheriges ist ohne Inhalt, da sich für das Kommende aus dem Vorgängigen nichts Vergleichbares findet. Die Beteuerungen der Arbeitgeberverbände gleichen für mich daher eher einem „Rufen im Walde”.

#6 RE: Bitkom rechnet bis 2023 wg Digitalisierung mit 3,4 Mio weniger Arbeitsplätzen in D von Werner 03.02.2018 08:36

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Nachtrag
Die Digitalisierung wird die Arbeitswelt umkrempeln. Als wenig glaubhaft werte ich allerdings die Aussage bezüglich des Zeitfensters von 5 Jahren und der Anzahl von 3,4 Millionen. Eine Horrorvision, die mir in diesem Zeitfenster übertrieben erscheint. Die Digitalisierung schafft auch eine Menge neuer Arbeitsplätze – diese sind wohl nicht einkalkuliert An dieser Stelle wirkt die Aussage unseriös. Ich erkenne in der Aussage eine Aufforderung an die Politik diesbezüglich Visionen zu entwickeln und sich zu dieser Herausforderung zu stellen. Da liegt der Verband richtig. Beschwichtigung ist eben eine falsche Reaktion.

#7 RE: Bitkom rechnet bis 2023 wg Digitalisierung mit 3,4 Mio weniger Arbeitsplätzen in D von Oase 03.02.2018 12:28

Nr. 4, hallo Orbiter1, vielleicht nicht so schnell bis 2023, das mag etwas übertrieben sein!

Doch wäre hierbei zu berücksichtigen, dass wir schon viele Millionen Menschen brotlos haben,
sehen wir uns Sybillas Berichte genau an, lesen wir sie genau durch. In der normalen
Arbeitslosen-Statistik sind schon Millionen drin, doch die vielen versteckten Menschen z.B.
in besondere Maßnahmen, die Minijobber, über 6 Millionen, die normalerweise alle Vollzeit
arbeiten müssten, und zwar mit einem einigermaßen Lohn.

Man muss ja auch an das Alter denken,
oder soll es eines Tages so gehen: der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, nun kann er in andere Länder ziehen?
Wenn man z.B. nur den Mindestlohn von etwa 9 Euro erhält und 200 Stunden im Monat arbeitete,
erhielte man z.Z. 18,.. Euro pro Jahr/mtl. nach der heutigen Rechnung! Und nun rechne man 45 Jahre, Durchschnittsrentner,
wären nach heutigen Stand 45 x 18,00 = 810,00 Euro brutto abzgl. Abgaben!

Und gerade deshalb ist die fortschreitende Automatisierung usw. mit in die Abgaben-und Sozial-Politik einzubeziehen. Es wird höchste Zeit!
Und nicht, wie es heute noch ist, alles von Menschen finanzieren zu lassen. Deshalb schreibe ich ja schon seit Jahren darüber!

Nun mag mancher sagen: wir haben doch so hohe Steuereinnahmen: daran ist das Gefährliche, dass wir zu viel exportieren, bleibt auch nicht so!
Inland und Export müssen stimmig sein! Wie leicht kann es geschehen, dass ein importierender Staat nicht zahlen kann! Und dann?
Bei Verlust muss die abgeführte Mehrwertsteuer auch zurückgerechnet werden, da wir eine Soll-Versteuerung haben!
Die Umsatzsteuer abgeführt wird, bevor der Kunde bezahlt hat.

#8 RE: Bitkom rechnet bis 2023 wg Digitalisierung mit 3,4 Mio weniger Arbeitsplätzen in D von Oase 03.02.2018 12:39

Nr. 6, hallo, Werner, zwar richtig gesehen und doch wieder nicht ganz, gerade in besonderer Hinsicht:
Ich habe einen Bericht über die IT-Branche verfolgt, und war erstaunt, was die Experten dabei meinten:
Es kommen ja auch noch Roboter hinzu, in diesem Bericht wurde aufgezählt, wer alles in den nächsten
Jahren seinen Arbeitsplatz verlieren könnte. Auffallend, oft gerade jene, die in dieser IT-Branche beschäftigt sind!

Was übrig bliebe, wären die alten, herkömmlichen Berufe, in denen man Electronic nicht unbedingt gebrauchen kann!
Wurden auch aufgezählt, habe ich nicht alle behalten! Bei Dienstleistung ist es ja ohnehin etwas anders.

Es wird höchste Zeit, dass mit Vielem angefangen wird, ich denke, hierzu braucht man viele Aufzeichnungen,
um die heutigen Voraussetzungen, Herausforderungen, schrittweise einander anpassen zu können!
Es ist einfach schon zu viel Zeit sinnlos, kopflos verstrichen!

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