#1 ... Märchen und Lieblingsmärchen von marietta 28.01.2012 06:06



... die Überlegung an sich
... bezogen auf unseren gender & more strang
... dieses Missverständnis Mann/ Frau ist ja nicht neu
... ebenso wenig die Wünsche oder Sehnsüchte
... Frauen tickten schon immer genauso so merkwürdig wie Männer
... es gab immer die Schilderungen von
... Helden bis hin zu Leidenden
... oder
... von Heiliger bis zur Hure
... und wenn wir heute genau wissen, dass sich dieses Thema durch die gesamte Geschichte unseres Universums zieht
... dann sollten wir auch akzeptieren
... dass bisher jede Generation diese Herausforderung bestanden hat und auch bestehen wird
... und nachdem es für einige schwierig werden könnte, ganze, dicke Bücher zu lesen
... schlage ich Märchen und Sagen vor
... vielleicht haben wir ja Spaß dran

#2 RE: ... Märchen und Lieblingsmärchen von marietta 28.01.2012 06:12

Die drei Liebhaber (I tre amanti) >> http://www.sagen.at/texte/maerchen/maerc...3liebhaber.html

Ein schönes Mädchen hatte einmal drei Liebhaber, diese wussten jedoch keiner um den andern und jeder meinte, er sei der rechte und einzige Geliebte und das Mädchen wolle ihn heiraten. Auch konnten sie nicht zusammen treffen, denn jeder hatte seine bestimmte Stunde, wo er bei der Geliebten verweilen durfte.
Es kam der Neujahrstag, da dachte jeder von den drei Glücklichen: "Heute vor Mittag geh' ich zu meiner Geliebten Glück wünschen." So trafen sie alle drei zusammen und sahen sich mit grossen Augen an, ja sie geriethen sogar in Streit. Da trat das Mädchen als Schiedsrichterin unter sie und sprach:
"Streitet nicht lange, sondern geht und wer von euch mir binnen einem Jahre ein Geschenk bringt, welches mir am besten gefällt, der soll mein Bräutigam sein."

Alle drei gingen weit miteinander und kamen endlich an eine Stelle, wo die Strasse in drei Wege sich theilte. Da beschlossen sie jeder einen andern Weg zu gehen, nach Jahr und Tag aber hier wieder zusammen zu treffen und sich die inzwischen gewonnenen Geschenke zu zeigen; keiner aber dürfe vorher allein zurückkehren.

Der erste ging und schlenderte lange von einer Stadt zur andern, aber er fand nichts, was ihm zu einem Geschenke geeignet geschienen hätte. Eines Tages — es war sehr heiss und er hatte Durst — kam er an einem alten Weiblein vorüber, welches an der Strasse Aepfel feil hatte." "Was kostet ein Pfund Aepfel hier?" fragte er. Da lachte das Weiblein und rief: "Ei, der will gar ein Pfund! Mich dünkt, junger Herr, es sei genug, wenn Ihr das Geld habt mir nur Einen von diesen Aepfeln abzukaufen," "Warum nicht gar", versetzte er fast beleidigt, "was soll denn an diesen Aepfeln sonderbares sein?" — "Das sind keine gewöhnlichen Aepfel, Herr", erwiederte die Alte. "Wenn Jemand zum Sterben krank ist und die Aerzte ihn schon aufgegeben haben, so braucht er von einem solchen Apfel nur ein Stückchen zu essen und er wird augenblicklich gesund aufstehen." Da besann er sich nicht lange, sondern kaufte um einen sehr hohen Preis einen solchen Apfel, um ihn der Geliebten zum Geschenke zu bringen.

Der zweite war ebenfalls lange auf der Wanderuug, ohne etwas rechtes zu finden. Da kam er eines Tages in einer Stadt an einem Tischlergewölbe vorüber, dort waren alle Arten von Tischen, Stühlen und Sesseln ausgestellt und weil er gerade müde war, setzte er sich auf einen schönen Sessel. Als gerade auch der Eigenthümer heraustrat, fiel ihm ein nach dem Preise des Sessels zu fragen. So und so viel, lautete die Antwort. "Und was kostet der alte Plunder dort?" fragte er wieder, indem er auf einen nahe stehenden hölzernen Stuhl hinwies. Der Verkäufer nannte eine sehr hohe Summe. "Ihr wollt mich zum Besten haben," versetzte der andere und stand auf. "Herr, ich halte Niemanden zum Besten", sagte der Eigenthümer. "Ihr könnt es nun aber freilich dem Stuhle nicht ansehen, welche Eigenschaft er hat und darum verzeih' ich Euch Euer misstrauisches Wesen." "Was ist denn das für eine besondere Eigenschaft?" fragte der junge Mann. "Die besondere Eigenschaft" — lautete die Antwort — "ist die, dass, wenn man sich auf diesen Stuhl setzt und sich da oder dort hin wünscht, man sogleich dort ist." Da besann der Liebhaber sich nicht lange und kaufte, den Stuhl, obwol er ihn fast all' sein Geld kostete. "Das ist das rechte Geschenk für meine Braut!" jubelt« er und rieb sich die Hände.

Der dritte machte auch lange Kreuz- und Querzüge, wie die beiden ersten, ehe ihn Glück oder Zufall zu dem schönen Laden führte, worin eine Menge grosser und kleiner Spiegel zum Verkaufe ausgestellt war. Er fragte bei vielen nach dem Preise; endlich sah er in einem Winkel einen unscheinbaren kleinen Spiegel und fragte mehr aus Scherz als im Ernste um dessen Preis. Man nannte ihm eine so hohe Summe, dass er kaum so viel Geld hatte. Er hielt es für Scherz, allein der Inhaber des Ladens bedeutete ihm, das sei ein Spiegel, in dem man alles sehen könne, was man wolle. Der junge Mann blickte sogleich hinein mit dem Wunsche seine Geliebte zu sehen — und er sah sie auch wirklich, wie sie sich gerade kämmte und ihr üppiges Haar in Zöpfe flocht. Da besann er sich auch nicht, raffte sein Geld zusammen und kaufte den Spiegel. "Ein schöneres Geschenk als dieses", dachte er, "können ihr die beiden andern gewiss nicht bringen!"

Als das Jahr abgelaufen war, fanden sich alle drei auf der Stelle der Scheidewege wieder ein und jeder erzählte, was er gekauft habe. Nun kam ihnen die Lust zu sehen, was denn ihre Geliebte jetzt thue. Sie blickten in den Spiegel — aber, o weh! sie sahen die Geliebte todtenkrank im Bette und ringsherum standen weinend und verzweifelnd die Aeltem und die Aerzte [Ärzte].

Da rief der erste: "0 wenn ich nur mit meinem Apfel dort wäre!" Und der zweite fiel ein: "Setzen wir uns auf meinen Sessel!" Gesagt, gethan — und im Nu waren sie alle drei im Zimmer der Kranken. Da schnitt der erste ein Stück von seinem Apfel ab und gab es der Kranken zu essen. Alsogleich schlug sie die Augen auf, rührte Kopf und Arme und verliess bald frisch und gesund das Bett.

Welchen von den dreien hat nun das Mädchen wol [wohl] etwa geheiratet?

*********************************


... so, was meinen nun die anderen!!
... ich glaube, keinen von den dreien!!

#3 RE: ... Märchen und Lieblingsmärchen von marietta 15.02.2012 08:21

Brüder Grimm - Die kluge Bauerntochter / http://www.1000-maerchen.de/fairyTale/93...uerntochter.htm

Es war einmal ein armer Bauer, der hatte kein Land, nur ein kleines Häuschen und eine alleinige Tochter, da sprach die Tochter 'wir sollten den Herrn König um ein Stückchen Rottland bitten.' Da der König ihre Armut hörte, schenkte er ihnen auch ein Eckchen Rasen, den hackte sie und ihr Vater um, und wollten ein wenig Korn und der Art Frucht darauf säen. Als sie den Acker beinah herum hatten, so fanden sie in der Erde einen Mörsel von purem Gold. 'Hör,' sagte der Vater zu dem Mädchen, 'weil unser Herr König ist so gnädig gewesen und hat uns diesen Acker geschenkt, so müssen wir ihm den Mörsel dafür geben.' Die Tochter aber wollte es nicht bewilligen und sagte 'Vater, wenn wir den Mörsel haben und haben den Stößer nicht' dann müssen wir auch den Stößer herbeischaffen, darum schweigt lieber still.'
Er wollt ihr aber nicht gehorchen, nahm den Mörsel, trug ihn zum Herrn König und sagte, den hätte er gefunden in der Heide, ob er ihn als eine Verehrung annehmen wollte. Der König nahm den Mörsel und fragte, ob er nichts mehr gefunden hätte. 'Nein,' antwortete der Bauer. Da sagte der König, er solle nun auch den Stößer herbeischaffen. Der Bauer sprach, den hätten sie nicht gefunden; aber das half ihm so viel, als hätt ers in den Wind gesagt, er ward ins Gefängnis gesetzt, und sollte so lange da sitzen, bis er den Stößer herbeigeschafft hätte. Die Bedienten mußten ihm täglich Wasser und Brot bringen, was man so in dem Gefängnis kriegt, da hörten sie, wie der Mann als fort schrie 'ach, hätt ich meiner Tochter gehört! ach, ach, hätt ich meiner Tochter gehört!, Da gingen die Bedienten zum König und sprachen das, wie der Gefangene als fort schrie 'ach, hätt ich doch meiner Tochter gehört!' und wollte nicht essen und nicht trinken. Da befahl er den Bedienten, sie sollten den Gefangenen vor ihn bringen, und da fragte ihn der Herr König, warum er also fort schrie 'ach, hätt ich meiner Tochter gehört!' 'Was hat Eure Tochter denn gesagt?' 'Ja, sie hat gesprochen, ich sollte den Mörsel nicht bringen, sonst müßt ich auch den Stößer schaffen.'
'Habt Ihr so eine kluge Tochter, so laßt sie einmal herkommen.' Also mußte sie vor den König kommen, der fragte sie, ob sie denn so klug wäre, und sagte, er wollte ihr ein Rätsel aufgeben, wenn sie das treffen könnte, dann wollte er sie heiraten. Da sprach sie gleich ja, sie wollts erraten. Da sagte der König 'komm zu mir, nicht gekleidet, nicht nackend, nicht geritten, nicht gefahren, nicht in dem Weg, nicht außer dem Weg, und wenn du das kannst, will ich dich heiraten.'
Da ging sie hin, und zog sich aus splinternackend, da war sie nicht gekleidet, und nahm ein großes Fischgarn, und setzte sich hinein und wickelte es ganz um sich herum, da war sie nicht nackend: und borgte einen Esel fürs Geld und band dem Esel das Fischgarn an den Schwanz, darin er sie fortschleppen mußte und war das nicht geritten und nicht gefahren: der Esel mußte sie aber in der Fahrgleise schleppen, so daß sie nur mit der großen Zehe auf die Erde kam, und war das nicht in dem Weg und nicht außer dem Wege. Und wie sie so daherkam, sagte der König, sie hätte das Rätsel getroffen, und es wäre alles erfüllt.
Da ließ er ihren Vater los aus dem Gefängnis, und nahm sie bei sich als seine Gemahlin und befahl ihr das ganze königliche Gut an. Nun waren etliche Jahre herum, als der Herr König einmal auf die Parade zog, da trug es sich zu, daß Bauern mit ihren Wagen vor dem Schloß hielten, die hatten Holz verkauft; etliche hatten Ochsen vorgespannt, und etliche Pferde. Da war ein Bauer, der hatte drei Pferde, davon kriegte eins ein junges Füllchen, das lief weg und legte sich mitten zwischen zwei Ochsen, die vor dem Wagen waren. Als nun die Bauern zusammenkamen, fingen sie an sich zu zanken, zu schmeißen und zu lärmen, und der Ochsenbauer wollte das Füllchen behalten und sagte, die Ochsen hättens gehabt: und der andere sagte nein, seine Pferde hättens gehabt, und es wäre sein. Der Zank kam vor den König, und er tat den Ausspruch, wo das Füllen gelegen hätte, da sollt es bleiben; und also bekams der Ochsenbauer, dems doch nicht gehörte. Da ging der andere weg, weinte und lamentierte über sein Füllchen. Nun hatte er gehört, wie daß die Frau Königin so gnädig wäre, weil sie auch von armen Bauersleuten gekommen wäre: ging er zu ihr und bat sie, ob sie ihm nicht helfen könnte, daß er sein Füllchen wiederbekäme. Sagte sie 'ja, wenn Ihr mir versprecht, daß Ihr mich nicht verraten wollt, so will ichs Euch sagen. Morgen früh, wenn der König auf der Wachtparade ist, so stellt Euch hin mitten in die Straße, wo er vorbeikommen muß, nehmt ein großes Fischgarn und tut, als fischtet Ihr, und fischt also fort und schüttet das Garn aus, als wenn Ihrs voll hättet,' und sagte ihm auch, was er antworten sollte, wenn er vom König gefragt würde.
Also stand der Bauer am andern Tag da und fischte auf einem trockenen Platz. Wie der König vorbeikam und das sah, schickte er seinen Laufer hin, der sollte fragen, was der närrische Mann vorhätte. Da gab er zur Antwort 'ich fische.' Fragte der Laufer, wie er fischen könnte, es wäre ja kein Wasser da. Sagte der Bauer 'so gut als zwei Ochsen können ein Füllen kriegen, so gut kann ich auch auf dem trockenen Platz fischen.' Der Laufer ging hin und brachte dem König die Antwort, da ließ er den Bauer vor sich kommen und sagte ihm, das hätte er nicht von sich, von wem er das hätte: und sollts gleich bekennen. Der Bauer aber wollts nicht tun und sagte immer: Gott bewahr! er hätt es von sich. Sie legten ihn aber auf ein Gebund Stroh und schlugen und drangsalten ihn so lange, bis ers bekannte, daß ers von der Frau Königin hätte. Als der König nach Haus kam, sagte er zu seiner Frau 'warum bist du so falsch mit mir, ich will dich nicht mehr zur Gemahlin: deine Zeit ist um, geh wieder hin, woher du gekommen bist, in dein Bauernhäuschen.'
Doch erlaubte er ihr eins, sie sollte sich das Liebste und Beste mitnehmen, was sie wüßte, und das sollte ihr Abschied sein. Sie sagte 'ja, lieber Mann,' wenn dus so befiehlst, will ich es auch tun,' und fiel über ihn her und küßte ihn und sprach, sie wollte Abschied von ihm nehmen. Dann ließ sie einen starken Schlaftrunk kommen, Abschied mit ihm zu trinken: der König tat einen großen Zug, sie aber trank nur ein wenig. Da geriet er bald in einen tiefen Schlaf, und als sie das sah, rief sie einen Bedienten und nahm ein schönes weißes Linnentuch und schlug ihn da hinein, und die Bedienten mußten ihn in einen Wagen vor die Türe tragen, und fuhr sie ihn heim in ihr Häuschen.
Da legte sie ihn in ihr Bettchen, und er schlief Tag und Nacht in einem fort, und als er aufwachte, sah er sich um und sagte 'ach Gott, wo bin ich denn?' rief seinen Bedienten, aber es war keiner da. Endlich kam seine Frau vors Bett und sagte 'lieber Herr König, Ihr habt mir befohlen, ich sollte das Liebste und Beste aus dem Schloß mitnehmen, nun hab ich nichts Besseres und Lieberes als dich, da hab ich dich mitgenommen.' Dem König stiegen die Tränen in die Augen, und er sagte 'liebe Frau, du sollst mein sein und ich dein,' und nahm sie wieder mit ins königliche Schloß und ließ sich aufs neue mit ihr vermählen; und werden sie ja wohl noch auf den heutigen Tag leben.

* * * * * * * * * *


... Fazit:
... Frauen waren schon immer klüger als Männer
... liebende Frauen sind einfallsreicher, als Männer es jemals sein können
... Feminismus gab es auch schon immer
... er wurde nur ein wenig klüger praktiziert!!

#4 RE: ... Märchen und Lieblingsmärchen von Ira2012 15.02.2012 08:47

tolle Idee, Marietta,

zu den drei Liebhabern:

praktisch wäre, sie nimmt alle drei....
gerecht wäre, sie nimmt keinen von den Dreien...
und wenn sie clever ist, nimmt sie den Vierten....ich meine den, auf der Reservebank....ganz links aussen...


lieben Gruß
Ira

#5 RE: ... Märchen und Lieblingsmärchen von Ira2012 15.02.2012 08:52

Das Märchen vom jungen Prinz und dem Drachen, der wissen wollte was Frauen wirklich wichtig ist

Ein junger Prinz beschließt, Abenteuer zu suchen und einen Drachen zu töten. Er kauft sich ein Schwert und eine Rüstung und macht sich auf den Weg. In der Höhle des Drachen angekommen, sieht er sich gerade um, als er plötzlich etwas auf seiner Schulter spürt. Er dreht sich herum und vor ihm steht ein RIESIGER Drache, der einen Finger auf seine Schulter gelegt hat.

Der Drache fragt den Prinzen: "Hallo! Was machst denn Du hier?"

Prinz: "Äh - häm - also ...."

Drache: "Immer das gleiche mit den jungen Rittern. Gib's zu, du wolltest mich töten!"

"Naja - also - ja ..."

"Hör zu, das ist nicht das erste Mal. Die dummen Jünglinge kommen an und meinen, wir Drachen wären so doof, dass man uns einfach so abmurksen könnte, und dabei haben sie noch nie einen von uns gesehen. Ich mache Dir einen Vorschlag: wenn Du versprichst, Weisheit zu suchen, lasse ich Dich am Leben. Du hast von jetzt an ein Jahr Zeit, mir eine Frage zu beantworten. Wenn mich die Antwort zufrieden stellt, bekommst Du die Hälfte meines Drachenschatzes, ansonsten fresse ich Dich auf."

"Hm - bleibt mir ja wohl nichts anderes übrig ..."

"Genau. Ach ja, und komm nicht auf die Idee, abzuhauen und nie wieder zu kommen - ich finde Dich!"

"Na gut - und wie lautet die Frage?"

"Die Frage lautet: Was ist Frauen wirklich wichtig?"

Daheim angekommen, befragte der Prinz jede Frau im Schloss, was ihr wichtig sei, von der Königin bis zur einfachsten Magd. Er bekam viele Antworten wie "Schönheit", "Reichtum", "Macht", "Einen lieben Mann ...". Aber zu jeder Antwort gab es auch viele Frauen, die das für völlig falsch hielten.

Er war schon am Verzweifeln, bis ihm jemand den Vorschlag machte, die alte weise Hexe im Sumpf zu befragen, die einige Tagesreisen weit weg wohnte.

Als er bei der Hexe ankam, schilderte er ihr sein Problem. Diese meinte, die Antwort zu kennen, aber um den Preis, dass er sie heiraten würde.

Da bekam der Prinz einen Riesenschreck, denn die Hexe war die hässlichste Frau, die er jemals gesehen hatte: ein Buckel, die Beine unterschiedlich lang, eine große Warze auf der Nase; sie roch fürchterlich, und ihre Stimme war ein ekelhaftes Gekrächze. Nach einiger Zeit beschloss er jedoch, dass dies gegenüber dem Drachen das geringere Übel sei und versprach, die Hexe zu heiraten, wenn der Drache die Antwort akzeptieren würde.

Daraufhin gab sie ihm ihre Antwort: "Was sich jede Frau wünscht ist, über die Dinge, die sie persönlich betreffen, selbst bestimmen zu können".

Der Drache akzeptierte die Antwort und überließ dem Prinzen einen Teil seines Schatzes. Fröhlich ritt der Prinz nach Hause, bis er wieder an die alte Hexe dachte. Da er jedoch ein Prinz war, bleib ihm nichts übrig, als sein Versprechen einzuhalten, und die Hochzeit wurde angesetzt.

Das war ein trauriges Fest! Die Hexe sah nicht nur furchtbar aus und stank; sie hatte auch die schlechtesten Manieren, rülpste, furzte und beleidigte die Gäste. Die einen bemitleideten den Prinzen, die anderen machten sich über ihn lustig, aber jeder fand schnell eine Entschuldigung, sich verabschieden zu müssen, so dass am frühen Abend die Feier zu Ende war. Danach verabschiedete sich die Braut ins Schlafzimmer, nicht ohne dem Prinzen mitzuteilen, dass sie sich auf das, was jetzt kommen sollte, besonders freuen würde.

Der arme Prinz überlegte sehr, ob der Drache nicht doch das kleinere Übel gewesen wäre. Wie staunte er jedoch, als er das Schlafzimmer betrat und die schönste Frau im Bett lag, die er jemals gesehen hatte! Diese duftete angenehm, hatte eine schöne Stimme und erklärte ihm, dass sie sehr wohl die Hexe sei, aber als Hexe auch die Fähigkeit hätte, ihr Aussehen zu verändern, und dass sie beschlossen hätte, ihn für das gehaltene Versprechen zu belohnen. Sie wäre zukünftig am Tag die alte Hexe und in der Nacht die junge schöne Frau - oder auch genau andersherum, am Tag schön und in der Nacht die Hexe. Der Prinz könne sich heraussuchen, was ihm lieber wäre.

Der Prinz überlegte lange, was besser wäre - tagsüber eine schöne Frau, um die ihn alle beneiden würden, aber schreckliche Nächte, oder tagsüber das Gespött eines jeden zu sein und dafür die Nächte genießen zu können.

Wie hat er sich wohl entschieden?

-

Der Prinz erinnerte sich an die Frage des Drachen und antwortete schließlich, dass sie dies selbst bestimmen solle. Daraufhin freute sich die Hexe und meinte, dass der Prinz damit erst wirklich seine Weisheit bewiesen habe und sie als Belohnung nun immer die schöne Gestalt tragen würde.

Und was ist die Moral dieser Geschichte?

-

Es ist ganz egal, ob eine Frau schön ist oder hässlich - im inneren bleibt sie doch immer eine Hexe.

#6 RE: ... Märchen und Lieblingsmärchen von Christian Krippenstapel 17.02.2012 12:47

Zitat
Welchen von den dreien hat nun das Mädchen wol [wohl] etwa geheiratet?


Von den Dreien gar keinen, sondern natürlich den Arzt!

#7 RE: ... Märchen und Lieblingsmärchen von Christian Krippenstapel 17.02.2012 12:50

Zitat
... Fazit:
... Frauen waren schon immer klüger als Männer
... liebende Frauen sind einfallsreicher, als Männer es jemals sein können
... Feminismus gab es auch schon immer
... er wurde nur ein wenig klüger praktiziert!!



Klar! Frauen sind ja auch keine Fehler der Evolution - behaupten zumindest die Frauen.

Und sie eignen sich viel besser zum Heiraten als Männer. Es sollten überhaupt NUR Frauen heiraten!

#8 RE: ... Märchen und Lieblingsmärchen von Christian Krippenstapel 17.02.2012 12:56

Zitat
Daraufhin gab sie ihm ihre Antwort: "Was sich jede Frau wünscht ist, über die Dinge, die sie persönlich betreffen, selbst bestimmen zu können".


Wenn Ihr das so genau wißt, warum habt Ihr dann solche Schwierigkeiten damit zu begreifen, daß wir Männer genau das selbe wollen? Oder ist es Euch egal?

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