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#61 RE: ... das Misstress - Phänomen von 12.03.2013 11:51

Master & Misstress als Ehepaar

Nachruf auf meine Großeltern mütterlicherseits.

Sie haben die Ehe so hingekriegt, weil sich beide an die religiösen und traditionellen Regeln gehalten haben. Sie hatten eine strikte Arbeitsteilung.

Mein Großvater kümmerte sich um das Vieh, die Arbeit auf den Feldern, die Geschäfte und hatte den Befehl über die Knechte und Dirnen. Er war in dieser Hinsicht sehr dominant. Zu uns (Enkel) sprach er überhaupt nicht, er sagte nicht viel, aber was er sagte, das hat gesessen! Er war ein großer, starker Mann vom keltischen Typ – er hat ungefähr so wie Gustl Bayrhammer ausgesehen.

Meine Großmutter hatte sich um den Haushalt und um die Kindererziehung gekümmert, sie war mittelgroß aber kräftig, hatte 12 Kinder geboren. Sie war eine Herren-Bäuerin und musste nicht viel auf dem Felde oder im Stall arbeiten. Sie hatte eben gearbeitet, was ihr so Spaß gemacht hat. Ihre Lieblings-Beschäftigung war das Spalten von Brennholz mit dem Beil, da konnte sie kräftig zuschlagen.

Eine Anekdote:
Während dem WK2 wurden die Bauern streng kontrolliert, damit sie nur ja kein Brotgetreide oder gebackenes Brot schwarz verkaufen. So kam oft ein Kontrolleur der Behörden, um den Lagerstand abzuschätzen. Mein Großvater war schon ziemlich angeschlagen, wegen diesem Druck der Behörde – auch er kam mit anderen Masters nicht gut zurecht – weil er nicht dagegen aufbegehren konnte. Deshalb hatte er zu meiner Oma gesagt: „Geh du mit ihm auf den Getreidespeicher, du machst das schon!“ Er wusste – sie wird den Kontrolleur mit spitzer Zunge niedermachen.

Sie war wortgewaltig und unbarmherzig im Austeilen. So gesehen war sich psychisch stärker als mein Opa.

Nachsatz:
Mein Großvater hatte beim Ackern ein Steinbeil mit Bohrloch für den Stiel gefunden. Er hatte diesen Fund in das Volkskundemuseum nach Ried gebracht, wo es sich heute noch befindet. Meiner Einschätzung nach wurde es in der Bronzezeit verwendet, oder auch im Neolithikum. So gesehen ist es kein Wunder, dass ich auch ein Liebhaber der alten Steinwerkzeuge bin.

#62 RE: ... das Misstress - Phänomen von Gilmoregirl 12.03.2013 12:34

Also, decordoba, mich erschließt sich das Ganze noch nicht wirklich...zumindest nicht, was es mit den Rollen als Master& Mistress zu bedeuten haben soll.

Du beschreibst also beide als treibende Kräfte als Anführer...
Ich nehme mal an, in der Funktion als Herren über Mägde und Knechte sowie dass sie selbst gut zupacken konnten und Arbeit auch sahen, waren sie das auch.

Wenn aber ein gestandener HERR seine Frau vorschickt, weil sie aufgrund ihres Mundwerks die Behörden mürbe redet, frage ich mich allerdings, wer der wirkliche Meister in dieser Beziehung war.

#63 RE: ... das Misstress - Phänomen von 12.03.2013 12:59

Nein - das ist nicht bei dir angekommen. Ich wollte damit sagen, dass es in wenigen Fällen (heute sehr selten) möglich ist, dass ein Master mit einer Misstress verheiratet ist - und es klappt doch.

Sie waren gleichgestellt! Er war nicht Master über seine Frau, sondern er wurde als Master im Dorf und in der Gemeinde wahrgenommen.

Und die Oma war nicht Misstress über ihn, sie war aber stark in der Gemeinde - eine Herrin eben!

Und wenn seine Frau etwas besser konnte, als er selber, und er schickt sie vor, tut das seinem Image keinen Abbruch. Immerhin hat er ihr einen Auftrag erteilt, wenngleich man es nicht als Befehl auffassen kann.

Das war eine Ehe auf gleicher Augenhöhe - so sollte es doch sein - allerdings gelingt es heute kaum mehr.

#64 RE: ... das Misstress - Phänomen von Gilmoregirl 12.03.2013 13:06

andere Frage...wären sie als Master/ Mistress im Dorf ebenso als solche akzeptiert worden, wären sie keine Großbauern?

Vielleicht Magd& Knecht, die die Einwilligung zum Heiraten bekamen..auch eine Ehe auf Augenhöhe führten, allerdings auf niederer Gesellschaftsstufe?

#65 RE: ... das Misstress - Phänomen von marietta 12.03.2013 13:11

Zitat
Das war eine Ehe auf gleicher Augenhöhe - so sollte es doch sein - allerdings gelingt es heute kaum mehr.



... ist dieses alte Traditionsrollenmodell nicht weiterhin aktuell!!??!!
... und könnte man es nicht eher als wünschenswert betrachten??
... mal abgesehen davon, dass ich schon gern aufblicke und bewundere!!
... d.h. aber doch lange nicht, das Mann Frau wie ein Stallmagd behandelt
... denn ein selbstbewußter und auch intelligenter Mann, macht sich die Fähigkeiten seiner Frau zu Nutze
... ebenso umgekehrt!!
... ohne das eine/r von beiden das Gefühl hat, sein Gesicht zu verlieren!!

#66 RE: ... das Misstress - Phänomen von Gilmoregirl 12.03.2013 14:19

Ne andere Fragean dich, decordoba...

du beschriebst in anderen Posts ( Lehrerin/ Amtsmann), dass du es für dich ablehnst, mit anderen Mastern/ Mistressen zu kooperieren, sofern du es so einrichten kannst .

Warum?
Hast du Angst, dein gesicht zu verlieren? Könnte deine Fassade zu bröckeln beginnen, wenn zB deine Frau das mitbekäme, dass du anderswo klein bei gibst?

Ich für mich finde es gut, mit starken Personen zu kooperieren...und--wie Marie schon schrieb--auch aufzublicken. Es wird Bereiche geben, da blickt mein Gegenüber zu mir auf...es ist ein Geben & Nehmen. Ich mag es nicht, wenn ich zu viel für andere mitdenken muss und denen das Offensichtliche auch noch antragen darf.
Ich finde es auch gut, wenn meine Kinder klar Position beziehen, auch wenn das, was sie zu sagen haben, nicht unbedingt in meinen Kram passt. Sollen sie den Mund halten, nur weil sie jünger sind als ich? Nein, nur in der Auseinandersetzung-ist sie konstruktiv-- kann man voneinander profitieren.

#67 RE: ... das Misstress - Phänomen von marietta 12.03.2013 14:22

... gestern hatte ich den spontanen Gedanken ** ... ich dulde keinen Master, schon gar keine Mistress neben mir!!**
... hab es mir aber der Situation entsprechend verkniffen!!
... denke, jetzt passt es ganz gut dazu!!

#68 RE: ... das Misstress - Phänomen von 12.03.2013 14:54

Nein - das ist nicht die Angst - das ist mein Instinkt. Und in diesem Falle ist es mir angeboren und nicht anerzogen - es liegt in den Genen.

Und in meinem Beruf musste ich mit zahlreichen Personen kooperieren - und ich habe das in der Mehrzahl der Fälle gut gemacht. Und wenn jemand dieser Personen versucht hat, mich unterzubuttern, habe ich wacker standgehalten. Viele Leute haben mir damals vorgeworfen, ich sollte mir das nicht antun, sollte die Flucht ergreifen. Ich bin geblieben (das Geld war mein Hauptmotiv), aber wir Kontrahenten - Masters - haben durch die langjährigen Grabenkämpfe ALLE draufgezahlt. Jetzt ist jeder psychisch angeschlagen - das haben wir davon.

Heute muss ich mit meinen Kindern ein gutes Einvernehmen herstellen - das ist uns auch gelungen. Weiters muss ich noch mit den Behörden kooperieren - das geht auch, wenn die Beamten korrekt sind.

Und alle überigen Leute halte ich mir auf Abstand - das ist besser so! Ausnahme - meine Geschwister/Mutter - da bin ich auch an einem korrekten Verhältnis interessiert.

Weiters bin ich verheiratet - das werde ich aber euch nicht detailiert erzählen - wir sind nicht in einer Sitzung beim Psychologen - dieses Forum ist öffentlich

#69 RE: ... das Misstress - Phänomen von Joker 12.03.2013 16:36

Zitat von marietta im Beitrag #67
... gestern hatte ich den spontanen Gedanken ** ... ich dulde keinen Master, schon gar keine Mistress neben mir!!**
... hab es mir aber der Situation entsprechend verkniffen!!
... denke, jetzt passt es ganz gut dazu!!


Ich muss nicht betonen, dass ich außer Bin keinen Master neben mir dulde? Mit einer Mistress könnte ich mich anfreunden.

#70 RE: ... das Misstress - Phänomen von Citadin 12.03.2013 16:41

Zitat von Joker im Beitrag #69
Zitat von marietta im Beitrag #67
... gestern hatte ich den spontanen Gedanken ** ... ich dulde keinen Master, schon gar keine Mistress neben mir!!**
... hab es mir aber der Situation entsprechend verkniffen!!
... denke, jetzt passt es ganz gut dazu!!


Ich muss nicht betonen, dass ich außer Bin keinen Master neben mir dulde? Mit einer Mistress könnte ich mich anfreunden.


Die Terminologie ist ohnehin falsch: wenn, dann Mister und Mistress. Meist braucht man auch nur einen (Aus-) Mister für ein Forum.

#71 RE: ... das Misstress - Phänomen von Gilmoregirl 12.03.2013 17:24

Zitat von decordoba im Beitrag #68
Nein - das ist nicht die Angst - das ist mein Instinkt. Und in diesem Falle ist es mir angeboren und nicht anerzogen - es liegt in den Genen.

Und in meinem Beruf musste ich mit zahlreichen Personen kooperieren - und ich habe das in der Mehrzahl der Fälle gut gemacht. Und wenn jemand dieser Personen versucht hat, mich unterzubuttern, habe ich wacker standgehalten. Viele Leute haben mir damals vorgeworfen, ich sollte mir das nicht antun, sollte die Flucht ergreifen. Ich bin geblieben (das Geld war mein Hauptmotiv), aber wir Kontrahenten - Masters - haben durch die langjährigen Grabenkämpfe ALLE draufgezahlt. Jetzt ist jeder psychisch angeschlagen - das haben wir davon.

Heute muss ich mit meinen Kindern ein gutes Einvernehmen herstellen - das ist uns auch gelungen. Weiters muss ich noch mit den Behörden kooperieren - das geht auch, wenn die Beamten korrekt sind.

Und alle überigen Leute halte ich mir auf Abstand - das ist besser so! Ausnahme - meine Geschwister/Mutter - da bin ich auch an einem korrekten Verhältnis interessiert.

Weiters bin ich verheiratet - das werde ich aber euch nicht detailiert erzählen - wir sind nicht in einer Sitzung beim Psychologen - dieses Forum ist öffentlich




Alles, was es dazu zu sagen gibt, ist bereits im schwarzen Teil gesagt.

#72 RE: ... das Misstress - Phänomen von Joker 12.03.2013 17:30

Zitat von Citadin im Beitrag #70
Die Terminologie ist ohnehin falsch: wenn, dann Mister und Mistress. Meist braucht man auch nur einen (Aus-) Mister für ein Forum.

Nö, der Master ist schon richtig. Versuchen Sie einfach mal die Sätze verstehend zu lesen. Das geht am besten, wenn Sie die beiden von einander unabhängigen Sätze einzeln und nacheinander lesen.

#73 RE: ... das Misstress - Phänomen von Citadin 12.03.2013 17:52

Ah! Verstehe, Mister! Joker.

#74 RE: ... das Misstress - Phänomen von macjennings 12.03.2013 17:55

Gelöscht, hat alles nichts mit dem Thema zu tun

#75 RE: ... das Misstress - Phänomen von 12.03.2013 20:15

Zitat von Gilmoregirl im Beitrag #64
andere Frage...wären sie als Master/ Mistress im Dorf ebenso als solche akzeptiert worden, wären sie keine Großbauern?

Vielleicht Magd& Knecht, die die Einwilligung zum Heiraten bekamen..auch eine Ehe auf Augenhöhe führten, allerdings auf niederer Gesellschaftsstufe?


Diese beiden Fragen sind perfekt formuliert und eröffnen ein weites Feld für einen Kommentar, aber ich will sie nur kurz beantworten.

1) Natürlich hat der prächtige (Guts)Hof deren Darstellung als Master/Misstress stark untermauert. Aber sie haben ihre Rolle auch pefekt gespielt - sie hatten diesen Charakter - und es war doch ein Rollenspiel!
Anmerkung: In der Öffentlichkeit war der Großvater die Autoritätsperson. Die Großmutter hat seine Autorität gestützt - mit der Geste: "Seht - das ist der Herr im Hause!" Sie hat ihn dadurch erhöht, aber sich dabei selber nicht erniedrigt - im Gegenteil - sie hat sich an seinem Rang hochgezogen, indem sie dargestellt hat: "Und ich bin seine Frau!"

2) Die Knechte und Mägde bekamen von der "Kirche" keine Erlaubnis zum Heiraten, weil sie keinen Besitz hatten, um damit eine Familie ernähren zu können. Die Kirche wollte so verhindern, dass deren Kinder im Armenhaus landen, was bei ledigen Kindern der Mägde oft vorgekommen ist. Manche davon haben es doch durchgedrückt - das war ein Spießrutenlauf und hat oft Jahre bis zur Genehmigung gedauert. Wenn sie ein kleines Häusel mit 2 Ziegen besessen und ihre (zahlreichen) Kinder gut versogrt und erzogen haben - dann hatten sie auch den Respekt des Dorfes und der Gemeinde.

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